Abstand halten

Abstand halten! Das sagt sich so dahin. Wie einige meiner Kollegen, könnte ich jetzt von zu Hause aus arbeiten - neudeutsch heißt das Homeoffice. Wir müssten allenfalls beim Einkaufen vorsichtig sein und auf gute Antivirenprogramme unserer PC achten.

Wie schützen sich aber all die Teams in den Hausarzt-Praxen? Wer denkt an die Supermarkt-Kassierer? Tüftler bieten bereits Lösungen: Plexiglasschutz in Apotheken. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ruft auf, mit dem Verkaufspersonal freundlich umzugehen. Da hat er Recht, sein Job wäre aber wirksamer Schutz für die Leute an der Corona-Front. Zum Beispiel OPMasken, wie sie der Virologe Alexander Kekulé empfiehlt. Doch unsere Wirtschaftslenker haben im hochsensiblen Medizinbereich Produktion nach Fernost ausgelagert. Medikamenten-Engpässe gab es bereits, als hier viele Corona noch für ein chinesisches Problem hielten.

Abstand halten! Da fällt den Behörden eine doppelte Rolle zu: zum Durchsetzen der Regeln und als Vorbild. Die Rathäuser von Neumark bis Bad Elster fahren runter. Als am Montag in Plauen der Bau- und Umweltausschuss tagte, zog man aus dem kleinen Tagungsraum in die Festhalle um und verteilte die Stadträte im Saal. Inzwischen sind alle Sitzungen abgesagt.

Das Landratsamt schoss indes mal wieder den Vogel ab und agierte, als würde man nicht an die eigenen Regeln glauben: Die Amtsärztin macht in der Coronakrise Urlaub. 15 Teilnehmer einer Pressekonferenz am Dienstag wurden in einen beengten Raum gepfercht. "Halten sie das für eine gute Idee?", fragte ich zu Beginn. Betretene Gesichter und Gestammel. Und kleinlaut der Umzug in den Großen Saal. Es geht doch ...


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