Altlast versteckt sich hinter Wildwuchs

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"Freie Presse" geht der Frage nach, welche Vorhaben den Ortschaftsräten in diesem Jahr auf den Nägeln brennen. Heute: Friesen.

Friesen.

Der kleine Reichenbacher Ortsteil Friesen wirkt idyllisch und gut in Schuss. Gaststätte, Angelteich und Gemeindezentrum zieren die Ortsmitte. Wer aber das Zentrum verlässt und sich auf den Gemeindeweg begibt, der entdeckt weniger schöne Ecken. Versteckt hinter Wildwuchs verbirgt sich eine schlimme Altlast: der alte Apparatebau. Alle Bemühungen das Gebäude abzureißen und den darin enthaltenen Müll zu entsorgen, verliefen im Sande. Daran änderte auch nichts der Kauf des Gebäudes durch die Stadt Reichenbach. An Initiativen mangelte es nicht.

Bürger, der Ortschaftsrat und auch die "Freie Presse" griffen das Thema mehrfach auf. Zuletzt wurde es ruhig um die vergessene Altlast. Fragt man jedoch Ortsvorsteher Frank Tennstedt (FWF), wo in seinem Ort dringender Handlungsbedarf besteht, dann fällt ihm zuerst die Industriebrache ein: "Das ist ein Schandfleck für Friesen. Auf der Prioritätenliste, die wir jedes Jahr an die Stadt übergeben, steht dieses Vorhaben an erster Stelle."

Seit mindestens fünf Jahren mahnt der Ortschaftsrat immer wieder den Abriss an. Zuletzt habe es aus dem Rathaus geheißen, dass die Altlast 2022 oder 2023 verschwinden soll. Die Stadt hatte die Ruine gekauft, um handeln zu können. Durch die Corona-Pandemie dürfte sich die finanzielle Situation der Kommune zuspitzen, befürchtet Tennstedt. Auch diese Pläne könnten daher wieder im Sande verlaufen, so wie alle anderen Versprechen von Behörden, etwas unternehmen zu wollen. Solche Zusagen lassen sich bis ins Jahr 2003 zurückverfolgen, ohne dass etwas Nennenswertes geschah.

Wegen einer lückenhaften Absperrung bestehe eine Gefahr für spielende Kinder. Schon vor Jahren seien Teile der Gebäude zusammengestürzt. Dem frei stehenden Schornstein droht wohl ein ähnliches Schicksal.

Auch in der idyllischen Ortsmitte gibt es aus Sicht des Ortschaftsrates etwas zu tun: "Die Fassade unseres Gemeindezentrums muss erneuert werden", sagt Tennstedt, womit der Ortsvorsteher beim Thema Werterhaltung angekommen ist. Die Gartenstraße und die Waltersdorfer Straße benötigen eine Deckenbehandlung. Auf der Siedlungsstraße senkt sich der aus Betonsteinen bestehende Straßenbelag immer mehr. Es bilden sich große Pfützen auf der Fahrbahn. Eine Sanierung eines Teils dieser Straße liege inzwischen schon zwei Jahre zurück. "Seitdem warten wir, dass auch der andere Teil erledigt wird", sagt dazu Tennstedt. Für den Spielplatz an der Siedlungsstraße wünscht sich der Ortsvorstand ein Sonnensegel und ein kleines Gebäude, eventuell eine Holzlaube, um dort Spielzeug unterzustellen.

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