Anklage: Mann soll Prostituierte verletzt haben

Sex ohne Bezahlung, das wollte die Frau offenbar nicht - Prozess geht weiter

Reichenbach/Zwickau.

Ein 42-jähriger Mann sieht sich Vorwürfen gegenüber, vor etwa einem Jahr eine Prostituierte mit der Aussicht auf ein Honorar von 500 Euro in seine Wohnung nach Reichenbach bestellt und die Frau dort gegen deren Willen über längere Zeit festgehalten zu haben. Dabei, so lautete die Anklage während der Verhandlung am gestrigen Mittwoch am Amtsgericht Zwickau, habe er versucht, die Frau gegen deren deutlich geäußerten Willen zum Sex zu zwingen. Dabei sei auch Gewalt gegen den Hals des Opfers ausgeübt worden. Die Frau sprach vor Gericht von einem traumatischen Ereignis, das sie nicht in Ruhe lasse. Da die Beweisaufnahme in dem Fall noch nicht abgeschlossen ist, wird die Verhandlung in zwei Wochen fortgeführt.

Der Angeklagte hatte Richter Stephan Zantke gegenüber bestätigt, der Prostituierten über eine Internetplattform 500 Euro für sexuelle Dienste angeboten zu haben - Geld, das er nicht hatte. Allerdings sei es in der Wohnung des Mannes zu einvernehmlichem Sex gekommen. Er habe keine Gewalt ausgeübt. "Ich habe sie nur um ihr Geld betrogen." Deshalb, so lassen sich die Äußerungen des Mannes interpretieren, hätte die Frau nach Verlassen der Wohnung die Polizei gerufen, deshalb sehe er sich den Vorwürfen ausgesetzt. Der 42-Jährige sagte auf Nachfrage des Anwalts der Frau jedoch, er habe bereits mehrfach versucht, Prostituierte "abzuziehen" - also zu bestellen, ohne zu bezahlen. Allerdings habe er diese Vorhaben "nie durchgezogen" und die Frauen einfach "vor der Türe stehenlassen". Dies sei das erste Mal gewesen.


Nach Darstellung der Frau hat sich an jenem Maiabend anderes zugetragen. Nach dem Betreten der Wohnung habe sie ihn nach der vereinbarten Summe gefragt. "Das mache ich immer so", sagte die Frau. Auch deren Freund, der als Zeuge auftrat, bestätigte diese Verfahrensweise - erst Geld, dann Leistung - ausdrücklich als branchenüblich. Nach der für sie negativ ausgefallenen Antwort habe sie gehen wollen. Doch das hätten der Mann und die von ihm nach Eintreten des abendlichen Besuchs versperrte Tür verhindert. Dann habe der Mann die Frau immer wieder aufs Bett gestoßen, ihre Kleider heruntergerissen und versucht, gegen ihren Willen mit ihr zu verkehren. Dies sei ihm offenbar auch wegen der Gegenwehr der Frau nicht gelungen. Erst als das Opfer sagte, ihr Freund rufe nach Ablauf einer vereinbarten Zeit die Polizei an, habe er sie gehenlassen.

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