Aufatmen nach 20 Jahren Warten

Bis auf ein paar Restarbeiten ist die Stangengrüner Straße in Irfersgrün fertig. Obwohl die offizielle Freigabe erst für Montag angekündigt ist, rollt der Anliegerverkehr fast ungehindert. Für Betroffene waren die Jahre ein Kraftakt.

Irfersgrün.

Obwohl kurz vor dem vierten Advent auf der Stangengrüner Straße noch das ein oder andere Sperrschild stand und Bauarbeiter unter anderem mit dem Fertigstellen des Gehweges beschäftigt waren, rollte der Anliegerverkehr schon fast wieder ungehindert durch die Straße. Die letzten zwei Jahre war das nicht möglich, denn der Landkreis baute den Verkehrsweg für rund 3,6 Millionen Euro aus. Zuletzt wurde es noch mal um etwa 60.000 Euro teurer, weil die Entscheidung fiel, ein Leerrohr für den späteren Ausbau des Digitalnetzes zu verlegen, so Dieter Krug, Pressesprecher des Vogtlandkreises.

Dem Baubeginn 2017 ging ein mehrjähriges Planfeststellungsverfahren voraus. Um die Straße im geplanten Umfang mit Gehweg und Normbreite von 5,50 Meter ausbauen zu können, war Grunderwerb notwendig. Zum Straßenbau, der sich über eine Länge von 2,2 Kilometern erstreckte, gehörten unter anderem eine Stützwand, eine Brücke und Entwässerungsanlagen. Der 1,50 Meter breite, neue Gehweg mit Beleuchtung begleitet die Straße auf einer Länge von 1800 Metern. Um den Gehweg und die Straßenbeleuchtung zu finanzieren, die aus 40 LED-Lampen besteht, beteiligte sich die Stadt insgesamt mit einer halben Million Euro an der Baumaßnahme, bei einer Förderung von 75 Prozent. Neben dem Landkreis und der Stadt waren auch der Zweckverband Wasser/Abwasser Vogtland, der Stromversorger und die Deutsche Telekom in das Projekt involviert.

Insgesamt warteten die Irfersgrüner mehr als 20 Jahre auf den Straßenbau. Mehrfach hatte der Landkreis den angekündigten Baubeginn wieder verschoben. Jetzt zur Fertigstellung geht ein großes Aufatmen durchs Dorf, denn die Arbeiten waren mit einigen Einschränkungen für die Betroffenen verbunden. Anlieger Reiner Scholz sagt: "Angenehm war diese Zeit für niemanden. Die Bauarbeiter waren aber sehr rücksichtsvoll und geduldig, auch wenn sie das x-te Mal mit dem Bagger zur Seite fahren mussten, um Anlieger durchzulassen. Es gab auch Absprachen mit den Bauarbeitern. Wir haben uns hin und wieder mit einer Tasse Kaffee bedankt." Uwe Thümmler, der ebenfalls an der Stangengrüner Straße wohnt, fiel auf, dass die Baufirma zuletzt tüchtig Gas gegeben hat, um vor Weihnachten die Baustelle zu räumen: "Eine Zeit lang sah es gar nicht so aus, als ob der Gehweg noch rechtzeitig fertig wird. Das hat sich aber schnell geändert." Er gehört zu den Anliegern, die ein Stück ihres Grundstückes für den Straßenbau zur Verfügung stellen mussten. "Das stört mich nicht. Es sind nur ein paar Quadratmeter", sagt Uwe Thümmler.

Ortsvorsteherin Mandy Zisowsky weiß, dass Arbeiten an den Nebenanlagen bis nächstes Jahr warten müssen. Sie hat auch dafür gesorgt, dass im Protokoll steht, dass der Bachweg ausgebessert wird. Diese sonst nur von Anliegern befahrene Straße diente als heimliche Umleitung für Ortskundige. Den Anwohnern gefiel das gar nicht. Mehrfach gab es Beschwerden über zu schnelle und rücksichtslose Fahrer und über Fahrbahnschäden. "Für die Anlieger des Bachweges war diese Zeit hart", weiß die Ortsvorsteherin. Sie sagt: "Ich bin froh dass es in der gesamten Zeit vergleichsweise wenig Ärger gab, angesichts dieses Kraftaktes."

Da die Anwohner der Stangengrüner Straße nun auch einen Gehweg haben, sind künftig Anliegerpflichten zu erfüllen. Auch darauf macht die Ortsvorsteherin aufmerksam: "Es entsteht erstmals für die Hauseigentümer eine Räum- und Streupflicht. Das hat aber auch sein Gutes. Man trifft sich jetzt wieder auf der Straße."

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