Ausbildung: 190 Stellen noch unbesetzt

Erneut weniger Bewerber im Vogtland - Firmen buhlen um Abiturienten

Plauen.

Die Anzahl der Ausbildungsstellen im Vogtland geht zurück. Für das aktuelle Berichtsjahr 2018/19 hat die Plauener Arbeitsagentur 1457 Lehrstellen registriert, im Vorjahr waren es noch rund 150 Stellen mehr. Ein ähnlich niedriger Wert wurde zuletzt 2009/10 erreicht. "Weniger Unternehmen bedeuten auch weniger Ausbildungsstellen", erklärte Hagen Sczepanski, Präsident der IHK-Regionalkammer Plauen, die Entwicklung.

Auch bei den Bewerberzahlen ist ein Rückgang zu verzeichnen: 1187 junge Leute hatten sich bei der Arbeitsagentur gemeldet, um eine Lehrstelle zu finden. Im Jahr zuvor waren es noch 1304 gewesen. Auf einen Bewerber kamen zuletzt 1,23 Ausbildungsstellen - vor wenigen Jahren lag das Verhältnis bei drei zu eins. Nur ein sehr kleiner Teil der Bewerber aus dem Vogtland fand keine passende Lehrstelle: 44 junge Leute blieben unversorgt (Vorjahr: 46). Zugleich konnten 187 Ausbildungsstellen nicht besetzt werden (Vorjahr: 158). "Auch attraktive Arbeitgeber haben inzwischen Probleme, Azubis zu finden", sagte Arbeitsagentur-Chefin Helga Lutz.

Ein großes Problem, mit dem Industrieunternehmen und Handwerksfirmen kämpfen: Viele junge Vogtländer bevorzugen das Abitur, um anschließend zu studieren. Nur etwa jeder zehnte Abiturient in der Region entschied sich zuletzt für eine betriebliche Ausbildung. "Ein einfacher Lehrberuf ist nicht so schick", gab Hagen Sczepanski die Meinung vieler junger Leute wieder - dabei stünden die Aufstiegschancen gut. Handwerkskammer sowie IHK sehen in den Abiturienten ein großes Potenzial. "Viele Betriebe sind bereit, eine Qualifizierung zu unterstützen. Dafür müssen wir mehr werben", sagte Sczepanski. Sina Krieger, amtierende IHK-Geschäftsführerin, ergänzte: "Es ist ganz wichtig, verkrustete Denkstrukturen aufzubrechen. Jeder hat jede Möglichkeiten. In den Köpfen ist das noch nicht angekommen."

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