Auto für die Günthels ist zum Greifen nahe

Leser Helfen: Der alleinerziehende Vater blickt mit seinen drei Töchtern vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Ein großes Problem hat er aber noch.

Reichenbach.

Kommt der Weihnachtsbaum untenrum in den Karton - oder lieber doch nicht? Bei welcher Variante richtet Kater Happy zur Bescherung weniger Schaden an? Und was gibt es an Heiligabend eigentlich zu essen? "Da hab ich noch keine Ahnung", sagt Nico Günthel gelassen. "Das findet sich." So was sind endlich mal überschaubare Probleme, mit denen sich der alleinerziehende Vater dreier Töchter beschäftigen kann. Normalerweise plagen den 35-Jährigen viel ernstere Sorgen. Von seinen Mädels sind zwei behindert. Die dreijährige Mia sogar so schwer, dass sie schon einige Male operiert werden musste und ihr Leben am seidenen Faden hing.

Aber bei Günthels geht's wohl demnächst aufwärts. Dafür sorgen die Leser der "Freien Presse". Sie spenden Geld, damit die Familie bald wieder ein Auto hat und Nico Günthel mit Mia zu Untersuchungen nach Leipzig fahren kann. Die Dreijährige hatte bei der Geburt einen Wasserkopf, einen offenen Rücken und Klumpfüße - da stehen noch ganz viele Fahrten zur Uniklinik an. Zurzeit sieht es danach aus, dass das Geld für das Auto zusammenkommen könnte. "Ich hab neulich schon mit der Firma in Zschorlau telefoniert, die den Wagen umbaut, damit auch Mias Rollstuhl reinpasst", so Nico Günthel. "Ein ,Hundefänger' wird bei vier Personen wohl nicht reichen. Wahrscheinlich läuft es auf einen kleinen Bus heraus." Das macht den ehemaligen Lasterfahrer aber nicht bange. "Ich fahre alles", sagt er selbstbewusst. "Ich hab auch schon den Mannschaftsbus des Eishockeyvereins EHV Schönheide gesteuert."

Am gestrigen Freitag hat Günthel übergangsweise ein Auto von einer Reichenbacher Firma gestellt bekommen. Der Betrieb verlangt dafür nichts - eine Großzügigkeit, die Nico Günthel sehr hilft. Und sie verschafft ihm Luft, sich um die andere große Baustelle der Familie zu kümmern: das Wohnungsproblem. Im Augenblick wohnt die vierköpfige Familie im vierten Stock. Einen Aufzug gibt es nicht. Da Mia nicht laufen kann, muss er die Dreijährige, ihren Rollstuhl und noch die Einkäufe ganz nach oben tragen. "Das ist echt der Wahnsinn", sagt der 35-Jährige. "Und Mia wird in den nächsten Jahren ja auch nicht leichter."

Da wäre eine Wohnung im Erdgeschoss oder ersten Stock eine deutliche Erleichterung. Die Suche läuft längst. Doch einfach ist sie nicht. Da Nico Günthel als alleinerziehender Vater seinen heiß geliebten Beruf nicht ausüben kann und auf Hartz IV angewiesen ist, scheiterten bereits einige interessante Angebote an der Höhe der Miete. "Eine Wohnung war sogar rollstuhlgerecht", sagt er. "Mia hätte mit ihrem Rollstuhl selbst auf die Terrasse fahren können. Aber das können wir uns wohl nicht leisten."

Also geht die Suche weiter. Aber wenn es mit dem Auto klappt, lassen sich in jedem Fall schon mal die Wohnungsbesichtigungen leichter planen. Und vielleicht feiern die vier Günthels schon nächstes Weihnachten in einer neuen Wohnung. Und Kater Happy kann einen neuen Anlauf nehmen, den Christbaum zu entern.

Service: Wenn Sie helfen wollen, können Sie über den Verein "Leser helfen" spenden. IBAN: DE 4787 0962 140 22 44 22 44 0. Betreff: Spendenprojekt "Familie Günthel". Alle Informationen zu den Projekten und zum Spenden finden Sie in unserem Online-Spezial unter: www.freiepresse.de/leserhelfen

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