Baukosten treiben Preise für betreutes Wohnen in die Höhe

Ältere Menschen, die auf eine Wohnung mit Betreuung angewiesen sind, bekommen nun auch in Lengenfeld die Folgen steigender Kosten zu spüren. Eine Warteliste gibt es trotzdem.

Lengenfeld.

Der rasante Anstieg von Preisen in der Baubranche macht auch vor der Volkssolidarität Reichenbach nicht halt: Die Kosten für den Umbau des alten Kaufhauses an der Hauptstraße in Lengenfeld in ein Wohnhaus für Senioren steigen voraussichtlich um etwa 20 Prozent. Olaf Schwarzenberger, der Geschäftsführer der Volkssolidarität, erklärte: Die Finanzierung des unter anderem mit Geld des städtebaulichen Denkmalschutzes geförderten Projektes sei aber nicht in Gefahr. Einzelheiten zur Füllung der Finanzlücke wollte er erst im Januar nennen.

Allerdings stehe jetzt schon fest, dass die Mieten für die neun Wohnungen von den geplanten 6,85 Euro auf 7,15 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche steigen. Die Volkssolidarität hat bereits im Juni das Nachbargebäude, an der Hauptstraße 14 fertiggestellt, mit deutlich geringeren Baukosten. Dort zahlen die Mieter 6,85 Euro. Für die sechs Single- und die drei Paar-Wohnungen gebe es trotzdem Interessenten für einen Vorvertrag und eine Warteliste mit 30 weiteren Namen. "Vor 14 Tagen hatten wir die Interessenten zu einer Informationsveranstaltung eingeladen", berichtet Schwarzenberger. Trotz des Booms in der Baubranche und vollen Auftragsbüchern hatte die Volkssolidarität keine Probleme, Baufirmen zu finden. "Für die Baumeisterarbeiten haben sich zwar nur zwei Unternehmen beworben, aber für die anderen Handwerksleistungen waren es dann ein paar mehr", so Schwarzenberger. Das könne eventuell damit zusammenhängen, dass die Volkssolidarität mit ihrem Bauvorhaben den Handwerkern eine Winterbaustelle bietet. "Läuft alles nach Plan, kommt noch in diesem Jahr der Dachstuhl und mindestens eine Schicht Dachpappe drauf. Auch Fenster und Türen müssten wir schaffen. Dann kann der Innenausbau über den Winter erfolgen", so Schwarzenbergers Hoffnung auf baustellenfreundliches Wetter. Einige der Handwerker, die den Innenausbau ausführen, hatten schon während der Rohbauarbeiten zu tun. Klempner und Elektriker verlegten schon erste Kabel und zogen Leitungen.

Die im Juni begonnenen Arbeiten starteten mit den Sicherungsarbeiten. Die Fassade blieb erhalten und musste aufwändig stabilisiert werden. Gleichzeitig war es notwendig, die Grundmauern zu verstärken. Zu diesem Zeitpunkt waren die Abrissarbeiten im hinteren Gebäudeteil bereits erledigt. Das neue Wohnobjekt wird über drei Vollgeschosse mit einem Kaltdach und einem Keller verfügen. Die Kellerräume können die Bewohner für ihre privaten Zwecke mieten. Für beide Gebäude, die Nummer 14 und die Nummer 16, lässt die Volkssolidarität einen gemeinsamen Fahrstuhl bauen. Die Arbeiten laufen derzeit. "Am 20. Dezember ist für den Fahrstuhl Tüv-Abnahme", erklärte der Geschäftsführer zum Terminplan. Die drei größeren Wohnungen für Paare lässt der Bauherr rollstuhlgerecht herrichten. "Wir wollen damit Paaren, bei denen einer von beiden auf den Rollstuhl angewiesen ist, die Möglichkeit geben zusammen zu wohnen", nennt der Geschäftsführer den Hintergrund. Alle sozialen Angebote, die das betreute Wohnen bietet, sind bereits im Haus Nummer 14 untergebracht. Im Haus der Nummer 16 wird es nur Wohnungen geben.

Das Richtfest für das Wohnhaus ist Anfang nächsten Jahres geplant, die Fertigstellung dann Ende 2020.

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