Bestes Jugend-Medienprojekt kommt aus Reichenbach

Freude beim Verein Ars Popularis: Der Dieter Baacke Preis 2016 in der Kategorie "Projekte von und mit Jugendlichen" geht an "Hoffen ist ein Arschloch".

Reichenbach.

Für das Anfang diesen Jahres beendete Projekt "Hoffen ist ein Arschloch - oder der Wahnsinn im Loslassen" hat der Verein Ars Popularis aus Reichenbach den Dieter Baacke Preis in der Kategorie "Projekte von und mit Jugendlichen" gewonnen. Die Verleihung erfolgte, wie der Verein gestern mitteilte, bereits am 19. November in Cottbus. Die künstlerische Projektleitung hatte Franziska Barth inne, Anna Wegricht führte Interviews und organisierte einen Rap-Workshop. Das Projektmanagement oblag Annett und Roy Geinitz. Kooperationspartner waren die Alte Papierfabrik und der Jugendverein Römer Greiz.

"Das ist uns eine große Freude. Zumales sich um den bekanntesten bundesweiten Preis innerhalb der Medienpädagogik handelt und wir aus über 200 Bewerbungen ausgewählt wurden", erklärte Annett Geinitz. "Als ich den Anruf im Auto bekam, habe ich mich übelst gefreut. Das ist krass schön", sagte Franziska Barth der "Freien Presse" und fügte hinzu: "Bei der Preisverleihung wurde uns klar, dass uns etwas Einzigartiges gelungen ist. Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Selbst halte ich für sehr wichtig."

Mit Ars Popularis freut sich Jens Pfretzschner, der als Geschäftsführer der Vogtland Kultur GmbH dem Verein 2010 im Neuberinhaus eine Heimat gab. "Großartig. Ars Popularis bietet nach dem Aus der Neuberinfestspiele Theater und Diskussionsstoff in Reichenbach", betont der inzwischen gefeuerte Kulturchef und fügt an: "Die Kosten sind dabei ganz niedrig."

"Wenn wir uns an unsere Jugend zurückerinnern, treffen wir auch auf eine emotionale Achterbahnfahrt zwischen Verlieben und Verzweifeln, zwischen Selbstzweifeln und Selbstüberschätzung, zwischen Hoffen und Bangen. All diese Emotionen wurden von den beteiligten Jugendlichen aufgegriffen und thematisiert", erklärte Laudator Björn Friedrich, Studio im Netz München. Es ging um "kreative Strategien zur bewussten Auseinandersetzung mit Schmerz, Trauer und Hoffnung". 25 Jugendliche fanden sich zusammen, um das Gefühlschaos des Jugendalters mit kreativen jugendkulturellen Werkzeugen auszudrücken. "Und wer einige Projektergebnisse gesehen hat, weiß sofort, dass hier ein ungewöhnliches, auffallendes Medienprojekt realisiert wurde."

Herausgekommen sind ein zweiteiliges Hörstück, eine Rap-CD mit fünf eigenen Titeln, ein Loslass-Lexikon, das 41 persönliche Erinnerungsstücke nebst den sehr persönlichen Geschichten enthält, sowie Fotos, Postkarten und Sticker.

Das Preisgeld von 1000 Euro soll in die nächsten Projekte fließen.

Mit dem Dieter Baacke Preis zeichnen die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) und das Bundesfamilienministerium seit 2001 herausragende medienpädagogische Projekte aus. Dieter Baacke (1934-1999) war Professor für Pädagogik und ab 1984 GMK-Vorsitzender.

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