Betreutes Wohnen im alten Milchhof

Nächstes Jahr will die Volkssolidarität Reichenbach mit dem Bau in Lengenfeld beginnen. 15 Wohnungen sind geplant. Die Nachfrage ist groß.

Lengenfeld/Reichenbach.

Der alte Milchhof sollen zu einem Gebäude für betreutes Wohnen werden. Gleichzeitig sollen dort auch Gemeinschaftsräume für eine öffentliche Nutzung entstehen. Die Volkssolidarität Reichenbach hat sich dazu das ehrgeizige Ziel gesetzt, im Frühjahr 2018 insgesamt 15 solche Wohnungen an die Mieter zu übergeben.

Die Bauherren haben seit der Vorstellung des Gesamtprojektes vor den Stadträten durch den Geschäftsführer der Volkssolidarität, Olaf Schwarzenberger, vor anderthalb Jahren, einige Änderungen vorgenommen. Ursprünglich sollten zwei Gebäude gleichzeitig, die Hauptstraße 14 (alter Milchhof) und Hauptstraße 16, das ist das ehemalige Kaufhaus, abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Diese Pläne hat die Volkssolidarität nun konkretisiert. Jetzt sind zwei große Bauabschnitte geplant, unter Nutzung von Fördergeld aus einem Städtebauprogramm. Das ist aber nur möglich, wenn sich der Bauherr für eine Sanierung, statt für einen Abriss entscheidet.

Sigrid Mann, die Vorsitzende der Volkssolidarität, dazu: "Das Stadtbild soll weitestgehend erhalten bleiben und das Eckhaus an das alte Gebäude erinnern."

Schwarzenberger ergänzt: "Die Nutzung von Fördermitteln wirkt sich positiv auf die gesamte Finanzierbarkeit und auf die Höhe der Mieten aus. Deshalb haben wir uns für eine Sanierung, statt für einen Abriss entschieden." Auch das finanzielle Risiko möchte der Verein in einem überschaubaren Rahmen halten. Der Geschäftsführer: "Wir werden deshalb zuerst ein Gebäude fertigstellen und dann, uns am Bedarf orientierend, den zweiten Bauabschnitt in Angriff nehmen."

Im Gebäude an der Hauptstraße 14 sollen 15 Wohnungen entstehen, die den Anforderungen an betreutes Wohnen gerecht werden. Das heißt, Barrierefreiheit muss in allen Etagen herrschen, ein Aufzug wird benötigt. Eine Außenstelle der Sozialstation soll her, besetzt mit einer ausgebildeten Pflegekraft und einem 24 Stunden erreichbaren Hausnotrufsystem. Derartige seniorengerechte Wohnungen mit Betreuung gibt es in Lengenfeld bisher keine.

Die Wohnungen sind zwischen 36 und 60 Quadratmetern groß. Für 14 Wohnungen konnten bereits Vorverträge abgeschlossen werden. "Der Bedarf ist also da", stellt Schwarzenberger fest. Es gab mehr Bewerbungen als Wohnungen, man habe nach der Bedürftigkeit entschieden.

Die 15 Wohnungen sind auf drei Etagen verteilt. Jede Wohnung erhält einen Kellerraum und einen Balkon. Im von der Hauptstraße aus zugänglichen Erdgeschoss sollen Gemeinschaftsräume für Senioren Platz finden: Kaffeekränzchen, Seniorensport, Tanznachmittage oder Treffen der Ortsgruppenmitglieder sind dann möglich. Das Haus solle sich für alle Senioren öffnen und Veranstaltungen nicht nur für die Bewohner, sondern auch für andere ältere Menschen anbieten. Während der Zugang der Gemeinschaftsräume von der Hauptstraße aus geplant ist, erhalten die Wohnungen ihre Zugänge von der Hofseite aus. Dort entstehen auch Parkplätze. Weil es sich um ein Hanggrundstück handelt, sind die Wohnungen in der zweiten Etage ebenfalls ebenerdig zugänglich.

In den nächsten Wochen möchte die Volkssolidarität die Baupläne zur Genehmigung einreichen. "Wenn wir von einer Bearbeitungszeit von einem Vierteljahr ausgehen und von einem Jahr Bauzeit, sind wir im Frühjahr 2018 fertig. Da darf aber nichts Unvorhergesehenes passieren", so Schwarzenberger.

Bevor sich die Volkssolidarität überhaupt mit den Bauplänen beschäftigen konnte, war eine große Hürde zu nehmen, die drei Jahre Zeit in Anspruch nahm: der Kauf des Gebäudes. Die vier Mitglieder einer Erbengemeinschaft leben in verschiedenen Staaten, unter anderem in Südafrika, was einen enormen bürokratischen Aufwand und Zeit erforderte.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...