Birkhuhnstreit: Ministerium legt Zeitplan vor

Im April soll das ausstehende Artenhilfsprogramm in Kraft treten. Doch noch sind die Inhalte nicht ausdiskutiert. Darauf komme es jetzt an, sagt ein vogtländischer Ornithologe.

Auerbach/Dresden.

Naturschützer sind im Kampf um den Erhalt des Birkhuhnes in der Region einen Schritt weiter: Das Sächsische Umweltministerium habe einen Zeitplan vorgelegt, teilte Michael Thoß mit. Der Ornithologe aus Auerbach war als Vertreter der sächsischen Ornithologen bei einem Termin kurz vor Weihnachten in Dresden dabei, als es um das ausstehende Artenhilfsprogramm für das Tier ging. Demnach soll das Papier im April 2019 in Kraft treten. Das geht auch aus einem Schreiben des Ministeriums an Mitglieder des Landtags hervor, das der "Freien Presse" vorliegt.

Um das Artenhilfsprogramm wird seit Jahren gerungen. Zuletzt lagen drei verschiedene Vorschläge von Landesumweltamt, Sachsenforst und den Naturschutzverbänden vor. Eine Einigung lag in weiter Ferne, parallel erlebte das Birkhuhn im Erzgebirge und im Vogtland eines seiner schlechtesten Jahre: Nur noch 30 Exemplare wurden 2018 über das Monitoring in den vier betroffenen Vogelschutzgebieten zwischen Osterzgebirge und Mühlleithen im oberen Vogtland gezählt.

Angesichts dessen verschafften sich die Vogelschützer im Herbst mithilfe der Linken-Fraktion im Landtag Gehör vor dem Umweltausschuss. Seitdem scheint Bewegung in die festgefahrene Debatte um den Birkhuhnschutz gekommen zu sein. Im Fokus der Kritik steht der dem Umweltministerium untergeordnete Sachsenforst, der laut Michael Thoß in den vergangenen zehn Jahren durch rücksichtsloses Wiederaufforsten zur weiteren Dezimierung der seltenen Raufußhuhnart in den Kammlagen beigetragen hat.

Das Artenhilfsprogramm soll das in Zukunft verhindern und dem Birkhuhn zu besseren Lebensbedingungen verhelfen. Allerdings ist die Debatte noch nicht beendet. Darauf komme es jetzt an, sagt der Auerbacher Thoß. Am Termin haben aufseiten der Naturschützer außerdem Vertreter von BUND, Nabu und Sächsischem Heimatschutz teilgenommen. Auf Behördenseite seien neben dem Ministerium die Bereiche Sachsenforst und das Landesamt für Umwelt vertreten gewesen, so Thoß. Was den inhaltlichen Konsens betrifft, so deuteten sich zuletzt noch Differenzen an. Während die Naturschützer eine Zielgröße von mindestens 100 Tieren auf insgesamt 5000 Hektar verteilt anpeilen, hatte der Chef-Biologe im Ministerium von 40 bis 60 Tieren gesprochen. Laut Ministerium soll das Konsultationsverfahren mit den Naturschutzverbänden im Februar und im März geführt werden.

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