"Blechliesel" von 1921 ziert Pavillon an der Horch-Fabrik

Ein Oldtimerfreund stellt seinen Ford T Touring in der Awo-Zentrale aus. In Hellgrün und mit Kennzeichen aus Kalifornien.

Reichenbach.

Im Pavillon der Horch-Fabrik, dem Hauptsitz der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Vogtland, Bereich Reichenbach, ist jetzt neben der Horch 400 Limousine aus dem Hoch-Museum Zwickau eine zweite hochinteressante Leihgabe eingezogen. Dabei handelt es sich um einen Ford T Touring, Baujahr 1921.

"Das ist das bislang älteste Fahrzeug, das wir in den zehn Jahren, in denen es den Pavillon gibt, bei uns ausstellen", freut sich Hans-Werner Schmiedl von der Awo. Ein Mitglied des Oldtimerclubs Reichenbach, das mit ihm befreundet ist, aber nicht genannt sein will, machte das möglich. "Er hat das Auto per Sofortkauf via Internet in den USA erworben, in Arizona. Eine Firma lieferte es bis an die Haustür", weiß Schmiedl. Den fahrbereiten Oldtimer steuerte der neue Besitzer jetzt selbst direkt in den Awo-Pavillon, wo er bis Anfang nächsten Jahres zu sehen sein soll.


Das Modell T von Ford wurde auch Tin Lizzy, zu Deutsch "Blechliesel", genannt. Zwischen 1908 und 1927 wurden 15 Millionen Stück in den USA gebaut. Es war das meisterverkaufte Auto der Welt, eher der VW Käfer ihn 1972 überflügelte. Der Ford T war aufgrund seines einfachen Aufbaues und der Fließbandproduktion zuverlässiger und haltbarer als die damals handwerklich produzierten Autos.

Das in Reichenbach ausgestellte Auto mit Klappverdeck fällt durch seine hellgrüne Farbe auf. Die muss es nachträglich bekommen haben, denn Ford produzierte für die Tin Lizzy 1915 bis 1925 nur schwarze Karosserieteile. Ins Auge fällt das rote Nummerschild: California Horseless Carriage 7674. Die pferdelose Kutsche verfügt über einen Vier-Zylinder-Motor mit 2890 Kubikzentimetern Hubraum und 20 PS. Der dreitürige Wagen war für fünf Passagiere ausgelegt und erreichte bis zu 67 km/h. Ins Auge fallen die Holzspeichenräder und die Kühlerfigur mit Motor-Thermometer. Der Einstieg für den Fahrer war vorn rechts. Links stand eine Werkzeugkiste auf dem Trittbrett. Zusätzlich zu den elektrischen Scheinwerfern gibt es auch noch zwei Karbidlampen.

Wer den Ford T näher besichtigen möchte, kann sich in der Awo-Verwaltung in der Horch-Fabrik melden. Auch Wochenendtermine kann man dort vereinbaren, erklärt Hans-Werner Schmiedl.

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