Büttenredner seziert Mülldesaster im Landkreis

Der Tennisfasching in Reichenbach spießt die Probleme auf und macht zugleich klar: Miteinander gelingt vieles besser.

Reichenbach.

Das Durcheinander bei der Einführung des neuen Abfallwirtschaftssystems im Vogtlandkreis ist beim Reichenbacher Tennisfasching (Tefa) auf humoristische Weise verarbeitet worden. Büttenredner Jörg Schaller, selbst betroffen von den Tücken der zum Jahreswechsel eingeführten neuen Abfallwirtschaft, widmete dem Thema in der viel bejubelten Büttenrede im Neuberinhaus ein Kapitel.

Jörg Schaller trat als Personifizierung der Wolfgang-Mattheuer-Skulptur "Jahrhundertschritt" auf und sezierte das Geschehen. Nach jüngsten Aussagen von Landrat Rolf Keil (CDU), der in der Kreistagssitzung als Hauptursache für das Müllchaos fehlende Antworten von 15 Prozent aller angeschriebenen Grundstückseigentümer angab, fühlt sich der Büttenredner in seiner Aussage bestätigt. Für das Gebäude an der Zwickauer Straße, in dem der Zahnarzt seine Praxis hat, gibt es drei Eigentümer - nur einer wurde angeschrieben, folglich wurde nur dessen Bedarf berücksichtigt.

Im Gegensatz zum Mülldesaster sieht Schaller beim Tennisfasching ein wunderbares Miteinander. "Ein Phänomen, wie die Zusammenarbeit klappt, wie viele ohne Gegenleistung mitziehen." (mit pstp)


"Hochrechnungen, Schätzungen, Spekulationen..."

Aus Jörg Schallers Büttenrede:

"Diese Hand ist zur Faust geballt,

die Faust nehm ich auch nicht in die Tasche, denn das Müllthema lässt im Vogtland wohl kaum einen kalt.

Ein Müllsystem, das mit Hochrechnungen arbeitet, die auf Schätzungen basieren,

denen Vermutungen zugrunde liegen, die wiederum Spekulationen abstrahieren,

die davon ausgehen, dass vielleicht eventuell

dann doch so viel Müll zusammen kommt, vielleicht nicht so schnell,

dass die Entsorgung gleich heute oder morgen oder doch erst irgendwann

oder vielleicht auch überhaupt nicht stattfinden kann...

Ja, haben unsere Kreistagsabgeordneten denn noch alle Latten am Zaun, so ein Müll-Chaos zu beschließen und sich dann nicht mal zu traun

die Verantwortlichen richtig zur Verantwortung zu ziehen?

Stattdessen will man sich in Ausreden fliehen.

Wenn der Landrat seine Bevölkerung gepflegt verarschen will,

dann soll er uns das vorher sagen, dann wissen wir Bescheid und halten hinterher still.

Aber zu behaupten, die Vogtländer sind zum Bestellen der Mülltonnen zu dumm,

das haut dann doch den stärksten Vogtländer um!

Das ist eine Frechheit, die vieles überragt:

Das Leben ist schön - von einfach hat keiner etwas gesagt."

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