Chemiecocktail stellt Kläranlage vor Probleme

Kontaminiertes Löschwasser vom Großbrand bei GTO ist im Weidig bei Netzschkau behandelt worden. Unter permanenter Kontrolle.

Netzschkau.

Ein Teil des vor zwei Wochen beim Großbrand im Galvanikunternehmen GTO im Industriegebiet an der A 72 bei Reichenbach mit Chemikalien kontaminierten Löschwassers ist in der Zentralen Kläranlage des Abwasserzweckverbandes (AZV) Reichenbacher Land in Netzschkau behandelt worden und hat dort für Probleme gesorgt.

Wie AZV-Geschäftsführerin Viola Haubenreißer am Mittwoch der "Freien Presse" erklärte, war der ins Schmutzwassersystem gelangte Chemiecocktail in den Stauraumkanal im Tal an der Ortsgrenze zwischen Heinsdorfergrund und Reichenbach geflossen. Nach einem Anruf von Oberbürgermeister Raphael Kürzinger (CDU) habe man mit dem Bereitschaftsdienst des Zweckverbandes Wasser und Abwasser Vogtland (Zwav) vor Ort "reingeschaut, geschnuppert und sofort den Schieber geschlossen". Der Stauraumkanal füllte sich. Als sich abzeichnete, dass das Volumen nicht ausreichen wird, habe Tobias Pohl, Umweltamtsleiter des Vogtlandkreises, angewiesen, dass über eine Regeleinrichtung fünf Liter pro Sekunde abgelassen und der Kläranlage zugeführt werden.


Der Zulauf wurde ständig beprobt und dokumentiert. "Wichtige Grenzwerte konnten nicht eingehalten werden", erklärt Haubenreißer. Das habe sowohl den pH-Wert als auch den CSB-Wert für den chemischen Sauerstoffbedarf sowie den Stickstoffwert betroffen. Bakterienstämme auf der Kläranlage nahmen Schaden. Der AZV steuerte mit drei Maßnahmen gegen: Zum einen wurde in größeren Mengen Belebtschlamm von der Kläranlage Lengenfeld geholt. Zum anderen erfolgte eine Dauerbelüftung der Klärbecken. Und schließlich wurde der Zusatz von Eisen(III)-chlorid erhöht. "Das alles verursachte Mehrkosten", so Haubenreißer. Flussabwärts an der Göltzsch Richtung Greiz seien keine Schäden durch das geklärte Abwasser bekannt. Es gebe keine Meldungen über ein Fischsterben.

Ob die technischen Anlagen des AZV durch den Chemiecocktail in Mitleidenschaft gezogen wurden, könne man noch nicht sagen. Momentan laufe noch die Spülung und Reinigung des Kanalsystems.

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