Der Dezember ist beste Pilzzeit

Die Vogtländische Arbeitsgemeinschaft Mykologie hat den Pilz des Jahres 2016 schon jetzt entdeckt. In Zwota sorgt ein anderer Fund jetzt für Aufsehen.

Oelsnitz/Zwota.

Es ist nichts anderes als eine Mär: Geht das Jahr zur Neige, wachsen keine Pilze. Das Gegenteil ist der Fall: Im Hüttenbachtal in Zwota sprießen welche, die selbst den Experten Rätsel aufgeben. Zur Mitgliederversammlung der Vogtländischen Arbeitsgemeinschaft Mykologie (VAM) hat Klaus Lorenz jetzt in Oelsnitz die Mitglieder überrascht: "Mit 35 frischen Pilzarten, unter denen nicht nur typische Frostpilze, sondern auch noch herrliche Steinpilze und Flockenstielige Hexenröhrlinge waren", berichtet Brigitte Gerischer von der VAM.

Zudem konnte die Mitglieder mit Fug und Recht behaupten, den Pilz des Jahres 2016 bereits jetzt im Dezember gefunden zu haben. Es ist der Lilastielige Rötelritterling - am kräftigen violett am Stiel erkennbar als Speisepilz, der auf ungedüngten Wiesen vorkommt. Die intensive Landnutzung schmeckt dem Lamellenpilz gar nicht. "An vielen seiner bekannten Standorte ist er stark zurückgegangen oder schon völlig verschwunden", macht die VAM auf die Bestandsgefährdung aufmerksam.

Torsten Kleditzsch

Die Nachrichten des Tages:Der „Freie Presse“-Newsletter von Chefredakteur Torsten Kleditzsch

kostenlos bestellen

Über den Pilz des Jahres bereitet der Verein eine Veröffentlichung vor - zwei weitere sind kürzlich im November in der Broschüre der Arbeitsgemeinschaft Sächsischer Botaniker erschienen. Brigitte Gerischer und Heinrich Dörfelt schrieben über die Echten Mehltaupilze des Vogtlandes, Dörfelt und der Vorsitzende der VAM, Lothar Roth, widmeten sich den Porlingen des Vogtlandes. Erschienen ist 2015 auch eine umfangreiche Pilzliste. "Der Pilzatlas für Sachsen könnte 2017/18 fertig gestellt sein", so Brigitte Gerischer.

In der Jahresbilanz des Vereins stehen zudem zehn Exkursionen in verschiedene Gegenden des Vogtlandes, ein Mikroskopier-Pilzpraktikum in der Oberschule Oelsnitz, zwei öffentliche Pilzausstellungen sowie ein Pilztagung im böhmischen Vogtland mit Ausflügen nach Wildstein, Franzensbad, ins Sooser Moor und zum Kammerbühl.

Die 2012 gegründete Vogtländische Arbeitsgemeinschaft Mykologie zählt derzeit 39 Mitglieder aus allen Teilen des Vogtlandes. Dass sich immer mehr auch aktiv in die Vereinsarbeit einschalten, hebt Brigitte Gerischer besonders hervor. "Sehr erfreulich ist, dass zu unserem Verein sechs Pilzsachverständige gehören und auch etliche junge Leute mitarbeiten. Am Versammlungstag haben drei den Aufnahmetag abgegeben", nennt sie ein Ergebnis des Treffs im DRK-Begegnungszentrum Oelsnitz.

Kontakt zur Vogtländischen Arbeitsgemeinschaft Mykologie unter Telefonnummer 037423 2110 (Lothar Roth) oder per E-Mail an:

lotharroth@gmx.info.

vam-vogtland.de

 

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...