Die jüngste Autorin hat Blut geleckt

Nina Röttger reist mit den besten Eindrücken von den Krimi-Literatur-Tagen zurück ins Rheinland. Die Lesung im Gärtnerhaus Mylau hat ihr geschmeckt.

Mylau.

Am Pfingstsonntag wurde traditionell zur Lesung in den Kulturgarten des Gärtnerhauses Mylau eingeladen. Zur 24. Veranstaltung der diesjährigen Krimi-Literatur-Tage Vogtland war Nina Röttger aus Troisdorf bei Bonn angereist. Nach neun Stunden Zugfahrt war sie damit eine der Autorinnen aus weiter Ferne und mit 27 Jahren gleichzeitig die jüngste im diesjährigen Feld der Mitwirkenden. Von ihren Bekannten hatte sie vor der Abfahrt gute Ratschläge bekommen, so in der Preisklasse "Vorsichtig sein in Sachsen" - völlig unnötig, wie die Schriftstellerin sagte. "Das heute war meine am weitesten entfernte Lesung und eine der schönsten", stellte die Autorin fest, nachdem sie ihre Bücher signiert hatte.

Dass Nina Röttger für die Lesung am Fuße der Burg angefragt wurde, lag am Charakter ihrer Bücher um die Grüne Fee von Absinth, von denen bisher zwei im KBV-Verlag erschienen sind. Der zweite Band, der im Mittelpunkt der Lesung stand, spielt auf dem Siegfriedspektakel in Xanten, das Ähnlichkeit mit den jährlichen Mittelaltermärkten auf Burg Mylau hat. Nur dass es bei der Veranstaltung im Vogtland deutlich beschaulicher zugeht als im Buch, wo die Protagonistin einen mit Schwert hingerichteten Mittelalterdarsteller im Zelt findet - dazu passte das Blut, das beim ersten Teil der Lesung im Ofen des Gartens gebacken und in der Pause mit Pellkartoffeln und Sauerkraut serviert wurde.


Genau wie die Veranstaltung am Pfingstsonntag hat das Gericht zur Krimilesung im Gärtnerhaus Tradition. "Ich möchte künftig nur noch mit den Worten 'Das Blut ist im Ofen' bei Lesungen angekündigt werden", sagte Nina Röttger. Blut ist nicht nur Bestandteil ihrer Krimis. Die Doktorandin der Bonner Universität befasst sich im Rahmen ihrer Doktorarbeit mit dem Thema Blut und Mittelalter. "Die Atmosphäre hier ist sehr schön, und das mit dem Blut finde ich eine wunderbare Idee", sagte Nina Röttger, die selbst nicht probieren konnte, da sie Vegetarierin ist. Sie reiste am Pfingstmontag wieder mit der Bahn zurück und war so zwei volle Tage unterwegs, um bei den Krimitagen dabei zu sein.

In dieser Woche geht es am Freitag mit der Krimiblutspende zum Weltblutspendetag weiter. Von 16 bis 20 Uhr wird im Schloss Netzschkau Blut gezapft. Die Spender erwarten kleine Geschenke und viele Bücher, ein Imbiss und die Möglichkeit zur kostenlosen Besichtigung der Sonderausstellung. Am Samstag, 18 Uhr folgt das Mordsspektakel mit fünf Autoren. (pstp)

Karten für das Mordsspektakel am Samstag auf Schloss Netzschkau gibt es im CTS-Ticketservice in den "Freie Presse"-Shops.

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