"Die Lücke, die er hinterlässt, macht sprachlos"

Früherer Netzschkauer Pfarrer Günter Steinhäuser gestorben - Kirchenvorstand erinnert an den Seelsorger

Netzschkau.

Die Evangelisch- Lutherische Kirchgemeinde von Netzschkau trauert um ihren früheren Pfarrer: Günter Steinhäuser, von 1973 bis 1999 Pfarrer der Gemeinde, ist am 24. Februar gestorben. Das teilte der Kirchenvorstand mit.

Sebastian Ketzel, Vorsitzender des Vorstands: "Die Lücke, die er hinterlässt macht sprachlos, die Gewissheit um die Gnade Gottes, die Auferstehung und das ewige Leben trösten." Aus dem aktiven Pfarrdienst wurde Steinhäuser am 30. April 1999 verabschiedet. Ketzel: "Doch er blieb präsent in der Gemeinde und im Stadtbild, als Vorstandsmitglied des Diakonievereins, dem er seit der Wende angehörte und dessen Diakoniezentrum auch auf sein Engagement zurückzuführen ist." Steinhäuser verfasste regelmäßig das "Geistliche Wort" in der "Freie Presse". Er sang weiter im Kirchenchor. Ketzel: "Traf man ihn, wenn er zügigen Schrittes einen Spaziergang absolvierte, so hatte er stets ein freundliches Wort. An seiner äußeren Erscheinung war die Zeit nahezu spurlos vorübergegangen."

Christoph Ulrich

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Steinhäuser wurde am 21. Oktober 1973 in der Kirchgemeinde Netzschkau eingeführt. Am 21. November 1933 in Plauen hatte er das Licht der Welt erblickt. Er erhielt Klavierstunden und besuchte die Oberschule. Sein damaliger Berufswunsch: Musiker. Als er mit 16 Jahren anfing, Posaune zu blasen und zu einem Lehrgang für Posaunenchorleiter geschickt wurde, traf er auf eine Schar Christen, deren Lebendigkeit und Fröhlichkeit ihn mitrissen: "Wenn Christen so sind, muss etwas dran sein an dem Christus", habe er gesagt, so Ketzel. In der Jungen Gemeinde der Lutherkirche in Plauen fand er zum Glauben. Er studierte ab 1952 an der Universität Leipzig Theologie. Mit Ronald Sporn, Pfarrer in Netzschkau, verband ihn seit Studententagen eine Freundschaft und dieser bat ihn 1972, die vakante zweite Pfarrstelle in Netzschkau zu übernehmen. Ab 1973 sollte er für ein Vierteljahrhundert die Geschicke der Kirchgemeinde prägen. Er war nicht nur Seelsorger, sondern auch Chronist der Gemeinde. In seinen Gottesdiensten förderte er die Gesangsleistung der Gemeinde, wobei der Kanon zu seinen Vorlieben gehörte. Er sang im Kirchenchor und spielte Orgel. (lk)

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