Ehrbare Mannschaft entführt ins Jahr 1475

Sonderführungen beim Mittelalterlichen Burgfest am Wochenende in Mylau zeigen die "Wehrhafte Burg". Sie enden mit einem Knalleffekt.

Mylau.

Im Mylauer Burggarten hat gestern "Die Ehrbare Mannschaft des Vogtlandes" ihr Lager aufgeschlagen. Die Interessengemeinschaft, der fünf gestandene Männer aus dem Vogtland angehören, wird heute und morgen die Besucher des Mittelalterlichen Burgfestes in das Jahr 1475 entführen.

"Seit neun Jahren sind wir beim Burgfest im Mylau präsent",erklärt Steffen Kretzschmar, Jahrgang 1962, der im normalen Leben Plauener Rathaus-Statistiker ist. Seit 2007, so erzählt er, gibt es die "Ehrbare Mannschaft". Jeder der Männer hat seine eigene Geschichte, wie er zur Mittelalter-Leidenschaft kam. "Als Kind hatten mich die Ritter-Runkel-Geschichten im Mosaik von Hannes Hegen begeistert. Später habe ich als Werkzeugmacher selber Rüstungen und Schwerter gefertigt. Dann ruhte das Ganze etwas. Eine Veranstaltung auf der Burgruine Elsterberg gab dann den Anstoß." Seither ist Kretzschmar mit seinen Mannen über das Jahr bei etlichen Mittelalter-Veranstaltungen dabei. Zuletzt bei der Nacht der Museen in Plauen und beim Schlossfest in Treuen. Kleidungs- und ausstattungsmäßig sei man stets dabei, sich zu perfektionieren. Auch das mittelalterliche Fechten hat er erlernt.

In Mylau werden die Besucher einen Mix aus Fantasie und Geschichte erleben. Sie können von den Männern Interessantes über Rüstungen, Kleidung, Stangenbüchsen und Schwerter, Speichenzelte und die Mittelalterküche erfahren.

Und dann gibt es noch ein Ding mit Knalleffekt: Im Lager der "Ehrbaren Mannschaft" enden die Sonderführungen von Museumsleiterin Sina Klausnitz zum Thema "Wehrhafte Burg", die heute 12 und 16 sowie am Sonntag 11.30 und 16 Uhr angeboten werden. Jeweils anderthalb Stunden später wird eine Bombardelle abgefeuert. "Das wird richtig laut", warnt Steffen Kretzschmar. Es handelt sich dabei um die Replik eines Pulvergeschützes aus der Burgunderbeute aus dem 15. Jahrhundert. Fünf Stück aus Stahlguss sind in Schwarzenberg nachgefertigt worden. Die 200 Kilogramm schwere Kanone hatte eine Reichweite von 200 bis 300 Metern und verschoss Steinkugeln.

2017, so kündigte Sina Klausnitz an, soll es übrigens auf Burg Mylau ein Seminar "Historisches Fechten" geben - mit Andreas Jacob aus Jena.

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