Ein Geniestreich der besonderen Art

Der Autor Volker Müller aus Greiz und der Elsterberger Künstler Peter Zaumseil haben gemeinsam ein Buch veröffentlicht. Das gibt es in zwei sehr verschiedenen Auflagen.

Reichenbach/Greiz.

Dem Greizer Schriftsteller und Journalisten Volker Müller und dem Elsterberger Grafiker und Maler Peter Zaumseil ist ein Geniestreich gelungen. Mit ihrem Buch "Lob der Bäume" haben sie gemeinsam ein Werk geschaffen, das einer Hommage an den Greizer Park im Speziellen und der Natur im Allgemeinen gleichkommt. Mehr noch, mit den im Band versammelten 14 Gedichten von Müller sowie den neun, den Texten zur Seite gestellten Farbholzschnitten von Zaumseil schufen sie eine Vereinigung von Literatur und bildender Kunst.

Gleichzeitig zum hochwertigen Künstlerbuch mit Originalholzschnitten in der Größe 21 mal 20 Zentimeter erschien eine gedruckte Auflage zum Preis von 15 Euro pro Band. Wendet sich das in einer Edition von neun nummerierten und signierten Exemplaren publizierte Künstlerbuch an Kunstsammler, spricht die gedruckte Fassung ein breites Publikum an. Unabhängig von der Art der Ausgabe aber ist die Ausdrucksstärke des Buches. Müllers dichte und bildreiche Texte, in denen Naturbeobachtung, philosophische Gedankenspiele und feinfühlige Poesie umeinander kreisen und zugleich einander beflügeln, bilden den literarischen Teil. Er notierte beispielsweise: "Der Park / mit seinen Schattenspielen / und irren Düften / hat mir nach Jahren / wieder das Dichten gelehrt."


Dem Wort ebenbürtig zur Seite gestellt sind Zaumseils Farbholzschnitte. Kantig und knorrig scheinen sie wie uralte Bäume. Das wirkt, als würde das Material des Druckstocks über die kräftigen Farben das in Jahrzehnten Erlebte mit in die Drucke legen. Doch Lyrik und Holzschnitte sind nicht nur einander zugeordnet, sie ergänzen sich gegenseitig. Sie erlauben es, sie verlangen es regelrecht, sich gedanklich in sie fallen zu lassen, um imaginär in ihnen spazieren zu gehen - wie durch den Greizer Park, dem das Werk gewidmet ist.

So verführen die Autoren Leser und Betrachter zu einer jahreszeitlichen Reise rund um den Parksee, wecken die Gedanken an den Duft von Herbstlaub oder der ersten Sommermahd. Sie lenken die Blicke hinauf zum Oberen Schloss oder zum Weißen Kreuz oder ganz weit weg: "Am Himmel zieht / auf weißen Bahnen / die Welt vorbei", wie Müller in dem Gedicht "Vorfrühling im Park" schrieb.

Die Idee zum gemeinsamen Buch hatte Peter Zaumseil, als er eine Lesung von Volker Müller besuchte. Müller stellte damals seinen Lyrikband "Ein Taubenflug groß ist meine Stadt" vor.

Vom Vorschlag angetan, fügte Müller eine Reihe seiner "Parkgedichte" zusammen und gab sie Zaumseil zur Visualisierung. Im Lauf des vergangenen Jahres schuf der Elsterberger Grafiker schließlich die zugehörigen Farbholzschnitte. Als künstlerische Zugabe finden sich in der gedruckten Version des Buchs zudem stimmungsvolle Bleistiftskizzen, Aquarelle und Zeichnungen des Künstlers zum Greizer Park, die mitunter bis in die Mitte der 1980er-Jahre zurückreichen.

Die innere Nähe der beiden Autoren zum Greizer Park kommt nicht von ungefähr. Peter Zaumseil lebte viele Jahre in dessen unmittelbarer Nähe, und Volker Müller wohnt seit mehr als drei Jahrzehnten auf dem Oberen Schloss in Greiz, das sich nur unweit des Landschaftsgartens befindet.

Die Autoren präsentierten vorgestern ihr gemeinsames Buch in der Greizer Buchhandlung "Bücherwurm". Während Volker Müller einige der Texte las und an der Klarinette den Abend auch musikalisch bereicherte, hatte Peter Zaumseil Auskunft über die Technik des Holzschnittes und seine künstlerische Arbeitsweise gegeben.

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