Ekstase pur am Mühlteich

Die Heavy-Metal-Szene traf sich bis Sonntag beim Open-Air der Moshers in Hauptmannsgrün. 20 Bands aus dem In- und Ausland machten das Festzelt zur Höllenmaschine.

Hauptmannsgrün.

Ekstase pur, das trifft es wohl am ehesten. Als die New Yorker Metal-Band Pro-Pain am Freitagabend im Festivalgelände am Mühlteich loslegte, waren viele Fans vor der Bühne wie im Rausch. Bei krachenden Heavy-Metal-Klängen flogen die Fetzen. Im proppenvollen Konzert-Zelt ging's ultimativ zur Sache. Das war schon kurz zuvor so, als die harten Jungs von Debauchery's Balgeroth auf der Rampe eine wahres Höllen-Feuerwerk der Kategorie Death-Metal abgebrannt hatten.

Das Team vom Reichenbacher Metal-Verein Chronical Moshers brachte am Freitag und Samstag 20 Bands an den Start. Längst waren die Tickets für die 17. Auflage der Veranstaltung vergriffen. Am 11. November des vergangenen Jahres gab es praktisch nur einen Vorverkaufstag. "Innerhalb von wenigen Stunden waren wir ausverkauft", sagte Chef-Organisator Michael Burkhardt. Bei 1000 Karten ist Schluss. Größer soll das Festival nicht werden. "Wir wollen nicht wachsen." Diesen Satz wiederholt er seit Jahren gebetsmühlenartig.


Genau diese Atmosphäre schätzen Musiker und Gäste gleichsam. Crematory-Frontmann Gerhard "Felix" Stass macht hier regelmäßig ein paar Tage Urlaub. Wie immer kaute der Mannheimer Hardcore-Koch entspannt auf getrocknetem Rindfleisch mit Chili der Marke "selbstgemacht".

Der Großteil der Festival-Besucher gehört zum Stammpublikum, weiß Burkhardt. Die Fans reisen aus ganz Deutschland an. Diejenigen, die das erste Mal dabei sind, seien positiv überrascht. "Bei uns können die Fans den Bands ganz nah kommen." Auch diesmal erfüllten die Musiker Autogramm-Wünsche am Merchandising-Stand. Dort liefen die Geschäfte wieder blendend. Verkaufsschlager waren Jacken und T-Shirts. Vereinsmitglied Dirk Kullmann pries die neuesten Festival-Artikel an. "Wir lassen uns in der Gestaltung immer wieder was Neues einfallen." Er selbst sammelt die Sachen auch. "Mein Kleiderschrank ist voll damit." Zusammen mit vielen anderen Helfern war der junge Mann schon einige Tage vor dem Festivalstart vor Ort.

Mehr als 120 Helfer packen an. Vom Flughafen-Shuttle bis zum Bratwurst-Stand sind die Aufgaben generalstabsmäßig verteilt. "Dafür haben wir von den Bands viel Lob geerntet", verriet Burkhardt. "Die staunen, wie professionell es bei uns zugeht." Sogar die Technik-Crew aus dem Erzgebirge sei spezialisiert auf Heavy-Metal-Konzerte. "Die haben wir schon seit geraumer Zeit mit im Boot." Im Organisations-Büro lagen die Schlüssel der Pensionen bereit, die vom Festival durch Übernachtungsgäste profitieren.

Und: Kaum war die letzte Band von der Bühne, machte sich der harte Kern der Organisatoren bereits Gedanken fürs nächste Jahr. Die Vorbereitungen für das 18. Moshers-Festival laufen. "Alle Bands sind bereits gebucht", verriet der Chef-Koordinator. "Wir haben Highlights aus den vergangenen Jahren dabei." Mehr wollte Michael Burkhardt nicht verraten. Aber: Wer dabei sein will, sollte sich erneut den 11. November vormerken. Ab 11.11 Uhr beginnt der Kartenverkauf.

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