Eskalierter Polizeieinsatz: Anklage erhoben

Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte - Drei Männer tatverdächtig

Plauen.

Nach einem Übergriff auf Polizisten im Plauener Stadtzentrum Mitte August hat die Staatsanwaltschaft jetzt Anklage erhoben. Das teilte die Behörde gestern mit. Demnach müssen sich ein Kroate, ein Mazedonier und ein Libyer wegen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung vor Gericht verantworten. Das Strafgesetzbuch sieht dafür in der Regel mindestens drei Monate Haft vor, so Staatsanwalt Hans-Christian Fink. Einer der Männer ist zudem wegen Beamtenbeleidigung angeklagt.

Die Ermittlungen gegen einen vierten Mann wurden eingestellt. Ihm konnte nicht nachgewiesen werden, dass er sich an dem Angriff beteiligt hatte. Die Rangelei zwischen den Männern und den Polizeibeamten hatte bundesweit Aufmerksamkeit erregt. Denn ein Augenzeuge hatte sie gefilmt und das Video ins Internet gestellt, wo es millionenfach abgerufen wurde. Es zeigt, wie die Männer die Polizisten attackieren. Die Beamten setzten Tränengas ein, um sich zu wehren.

Vorausgegangen war ein Routineeinsatz einer Polizeistreife. Die Streife wollte im Stadtzentrum einen Libyer einsammeln, weil dieser nicht zu seiner Gerichtsverhandlung erschienen war. Dabei soll es zum Streit mit den Männern gekommen sein. Er eskalierte, als der mazedonische Staatsbürger die Polizisten mit seinem Handy filmte. Trotz der Aufforderung, damit aufzuhören, filmte er weiter. Der 38-Jährige lebt seit vielen Jahren in Deutschland und hatte im Dezember 2016 in einer Gartensparte randaliert.

Ein Termin für die Gerichtsverhandlung steht noch nicht fest. Die Tat liegt drei Monate zurück. Sie im Eilverfahren zu bearbeiten und schneller vor Gericht zu bringen, sei Fink zufolge nicht möglich gewesen. "Dafür waren die Ermittlungen zu aufwändig", sagt der Plauener Sprecher der Staatsanwaltschaft. Das Video, das sich bundesweit verbreitete, habe nur bedingt zur Aufklärung beigetragen.

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