Essen wie in Großmutters Zeiten

Für den Sieg beim Kloßvogt-Pokal hat die Crew vom Gasthof Wetzdorf ein einfaches Rezept. Und der Landrat hat einen Tipp.

Reichenbach.

Bei der 13. Auflage des Kloßvogt-Wettbewerbs setzte sich mit dem Gasthof Wetzdorf in der Gemeinde Harth-Pöllnitz bei Weida ein Familienbetrieb durch, der seit 1878 existiert. Den Wanderpokal dafür gab's jetzt bei der Siegerkür im Reichenbacher Museumskeller. Um das vogtländische Gütesiegel für traditionelle Hausmannskost hatten sich sieben Gastronomiebetriebe beworben. Eine Jury, bestehend aus dem Greizer Buchautor und Küchenmeister Harald Saul, Wilfried Hub vom "Vogtlandanzeiger" und Daniela Seidel von der IHK-Regionalkammer Plauen, hatte sich durch Gerichte wie Rouladen, Sauerbraten, Schweinskopfsülze, Schäufele, grüne Klöße, Wickelklöße, Bambes, Bratkartoffeln und andere leckere Speisen gekostet. Bei der Vorstellung der Teilnehmer in Wort und Bild sprach Harald Saul über den jeweiligen Gaststättenbesuch und den Eindruck der Jury.

Im Gasthof Wetzdorf "kann man eine kulinarische Zeitreise zur vogtländischen Küche zu Großmutters Zeiten unternehmen", prophezeite der Jurychef zur Freude der Inhaber Stefan und Kerstin Fischer noch mehr Gäste. "Wir sind schon jetzt gut besucht, obwohl man zu uns fahren muss", sagte Stefan Fischer. Sein Erfolgsrezept: "Man muss einfach kochen." Das mit dem Zustrom nach einem Pokalgewinn bestätigte Andrea Seemann vom Museumskeller. Ihr Restaurant hatte die Auszeichnung in den vergangenen beiden Jahren erhalten und sich diesmal bewusst nicht beteiligt, damit der Pokal wandern kann. Wie wichtig gutes Kochen ist, weiß auch Küchenchef René Windecker vom Sachsenhofstüberl Bad Elster, das auf Platz zwei kam. "Wir versuchen, regionale und saisonale Küche ein wenig neu zu interpretieren", sagte Inhaber Horst-Jürgen Engel. Sein Lieblingsgericht sind die Schäufele. Harald Saul: "So ein Schäufele bekommt man nicht mal in Franken, wo es das Gericht ist." Den dritten Preis erhielt Familie Malek vom Café Daheim in Rotschau. Juniorchefin Silvia Malek, die in einem Fünfstern-Haus gelernt hat, mag die bodenständige Küche. "Ich bin damit aufgewachsen, und zuhause ist zuhause." Harald Saul hatte bemängelt, dass in Rotschau zu wenig "Brie" auf dem Teller sei - und die brauche der Vogtländer nun mal.

Die Idee für den Preis hatte die Greizer Landrätin Martina Schweinsburg: "Die Idee kam zur Bundesgartenschau auf, als die Gastronomen die exotischsten Dinge anboten, die Besucher jedoch nach typisch vogtländischen Gerichten fragten." Landrat Rolf Keil ermunterte die Gastronomen bei der Preisverleihung, regionale Produkte zu verwenden und Kooperationen mit Erzeugern auch nach außen zu tragen. Im Vogtland gäbe es 30 Prozent Hersteller biologischer Produkte, was weit über dem Deutschlanddurchschnitt sei.

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