Finkenburg-Bewohner treffen sich zur Kennenlern-Party

Raus aus der Anonymität, rein ins Dorfleben. Seit Freitag wissen etliche Irfersgrüner, wer ihre Nachbarn sind. Es soll nicht das einzige Treffen bleiben.

Irfersgrün.

Der Plan von Peter und Christel Burkhardt ist aufgegangen. Die beiden luden am Freitag zu sich nach Hause zu einer recht ungewöhnlichen Party ein. Die Anwohner der Finkenburg sollten anlässlich des 175-jährigen Bestehens der Irfersgrüner Wohnsiedlung Gelegenheit erhalten, sich kennenzulernen. Alle 42 geladenen Gäste waren gekommen, stellten sich beim Begrüßen mit Namen einander vor und saßen wenige Minuten später in intensive Gespräche vertieft bei Speckfettbemmen und sauren Gurken in fröhlicher Runde am Tisch.

"Manche wohnen schon 20 Jahre hier und wissen nicht, wie ihre Nachbarn heißen", hatte Peter Burkhardt, der gleichzeitig der Ortschronist des Dorfes ist, im Vorfeld festgestellt. Das hat sich seit Freitag gewaltig geändert. Trotz kühler Abendtemperaturen hielten die Bewohner der Finkenburg unter dem Carport der Burkhardts bis in die späten Abendstunden aus. Christel Burkhardt sagte am anderen Tag beim Aufräumen, bei dem auch Nachbarn mit halfen, begeistert: "Wir sind die glücklichsten Gastgeber, die es gibt." Der Abend habe sich in angenehmer Atmosphäre und bei bester Stimmung wunderbar entwickelt.

Es stehe außer Zweifel, dass solche Treffen wiederholt werden müssen, hieß es beim Nachhausegehen. Ute Wolf, die in unmittelbarer Nachbarschaft zu Burkhardts wohnt, fand die Idee super. "Wir haben schon lange darüber nachgedacht, dass wir uns kennenlernen sollten. Immerhin wohne ich seit 25 Jahren hier. Die ganzen Jahre hat der Anstoß gefehlt", sagte die Finkenburg-Bewohnerin. Die Anonymität mitten im Dorf sei vielleicht der Berufstätigkeit geschuldet. "Es ergeben sich zu wenige Gelegenheiten zum Kennenlernen." Letztendlich meinte Ute Wolf: "Das hätten wir schon viel eher machen sollen."

Peter Burkhardt war eher zufällig auf das Jubiläum gestoßen. Seit diesem Jahr gibt er in jedem Quartal ein kleines historischen Blatt namens "Heimatklänge" heraus. Auf der Suche nach besonderen Ereignissen und Jubiläen war er auf den Bau des ersten Hauses der Finkenburg im Jahr 1844 aufmerksam geworden. Damals entstand die Straße zwischen Kirchberg und Lengenfeld mit dem klangvollen Namen Chaussee. Heute heißt der aufgrund des dortigen Blitzers vogtlandweit bekannte Verkehrsweg nüchtern S 293. Über jedes der Vorwendehäuser hat der Ortschronist ein Datenblatt angefertigt und die Geschichte des Hauses und seiner Bewohner dokumentiert. Die nach 1989 entstanden Häuser sollen nach Burkhardts Vorstellungen nun auch Bestandteil dieser Dokumentation werden.

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