Firmen ausgelastet - drei Monate Bauverzug

Die Sanierung im Gemeindehaus am Friedrich-Engels-Platz in Reichenbach läuft. Der Architekt will den Spagat zwischen Denkmalschutz und Wünschen nach einem offenen Haus bewältigen.

Reichenbach.

Jetzt öffneten die Kirchgemeinde und Christian Hofmann von der Planungsgruppe Weininger & Hofmann die Baustelle im Trinitatishaus für eine Besichtigung. Seit der Abschiedsparty Ende Januar war es relativ still geworden um das Gemeindehaus der Trinitatiskirche am Friedrich-Engels-Platz.

Der Architekt teilte dabei mit, dass es Bauverzug um rund drei Monate gibt und die Inbetriebnahme vom November auf den Februar kommenden Jahres verlegt wurde. Grund dafür seien ausgelastete Firmen, die oft nur auf persönliche Bitten hin reagierten. Die Ausschreibungszeit hat sich dadurch verlängert. "Bei Elektrik gab es gar kein Angebot. Da haben wir noch einmal beschränkt ausgeschrieben und zehn Firmen um ein Angebot gebeten. Vier haben abgegeben. So ist die Situation", erklärte Hofmann.

Noch dominiert das Baugeschehen, doch an vielen Stellen lässt sich erahnen, wie die Räume künftig aussehen werden. Im Saal wurde mit dem Trockenbau und dem Einbau der Akustikelemente begonnen. Auch dort müssen die Planer einen Spagat absolvieren. "Der Raum soll einerseits für das gesprochene Wort genutzt werden. Hier heißt es: Je kürzer die Nachhallzeit, umso besser. Bei Musik ist es genau umgekehrt", so der Planer. Mit einem Kompromiss will man allen Nutzungsarten gerecht werden.

Die Fenster zur Straße hin sind eingesetzt. Der Höhepunkt folgt am 6. September. Dann wird mittels eines Krans die 3 mal 3,20 Meter große Glasscheibe für die Hinterfront über das rund 16 Meter hohe Haus gehoben. Die Sperrung der Straße ist beantragt, der Kran bestellt, der Termin für den Einbau vereinbart. Das große Fenster erlaubt sozusagen einen grünen Altarblick über die Terrasse in den Trinitatispark.

Die Räume im Keller des Gebäudes, in denen auch die Junge Gemeinde untergebracht wird, werden ausgebaut. Dort liefen bereits Putzarbeiten.

Die alten Holztüren bleiben nach Forderung des Denkmalschutzes erhalten. Da sie jedoch dem Konzept einer offenen Kirche mit hellem, lichtdurchfluteten Eingangsbereich widersprechen, bleiben sie geöffnet und werden durch Glastüren ergänzt. Im Eingangsbereich entsteht die Garderobe. Dafür wurde die Treppe zu den Wohnungen im Obergeschoss versetzt.

Das Gesamtbauvorhaben ist mit Kosten in Höhe von etwa 700.000 Euro veranschlagt. Vom Bund und vom Freistaat Sachsen werden insgesamt 316.500 Euro an Fördermitteln beigesteuert. Die Stadt Reichenbach investiert aus ihrem Etat 47.500 Euro. Für die übrigen Kosten kommt die Kirchgemeinde selbst auf. Dafür laufen verschiedene Spendenaktionen.

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