Fünf vor zwölf am Krötenteich: Das Gewässer ist fast leer

Die Wanderung der Amphibien zu ihren Laichplätzen steht bevor. Im Rotschauer Teich ist jedoch kaum Wasser. Das kann beispielsweise für den seltenen und unter Schutz stehenden Kammmolch dramatisch enden.

Rotschau.

Allmählich wird am Teich in Rotschau, nahe der Kreuzung Alaunstraße/Am Schieferbruch, die Zeit knapp. Die Krötenwanderung steht kurz bevor. Im Teich ist aber wegen noch laufender Sanierungsarbeiten kaum Wasser. Sollten die Amphibien eher kommen als gedacht, wissen die Tiere nicht, wohin mit ihrem Laich. Das wäre dramatisch, da im Teich bis zu vier Amphibienarten ablaichen. Darunter ist auch der selten vorkommende und unter Schutz stehende Kammmolch. Außerdem sind Grasfrösche, Erdkröten und weitere Molche nachgewiesen.

Im Moment arbeiten alle Verantwortlichen daran, das Problem noch vor Einsetzen der Krötenwanderung zu lösen. Um den 15. März setzen sich die Tiere im nördlichen Vogtland in Bewegung, um ihre Laichgewässer aufzusuchen. Für die Teichsanierung verantwortlich ist die Agrargenossenschaft Reichenbach. Deren Geschäftsführer Lars Bittermann hat den Hut auf. Er sagt: "Wir wollen den Teich noch vor Einsetzen der Amphibienwanderung wieder mit Wasser füllen." Laut Bittermann sollen während eines Treffens mit Vertretern der Naturschutzbehörde letzte Details besprochen werden. Verzögerungen gab es, weil der Mönch, eine mechanische Einrichtung zum Verschließen des Ablaufes, noch fehlt. Der Geschäftsführer: "Es gab Lieferschwierigkeiten bei der beauftragten Firma. Wir haben im Januar bereits einen Auftrag ausgelöst." Er habe aber vom beauftragten Unternehmen die Zusicherung bekommen, dass der Mönch in den nächsten Tagen lieferbar sei, erklärt Bittermann. Außerdem habe der Wintereinbruch die Sanierungsarbeiten zeitweise zum Erliegen gebracht. Zu besprechen sei nun laut Bittermann, ob der Bagger der Agrargenossenschaft weiteren Schlamm aus dem Teich entfernen soll: "Im Bereich des Mönches hatte sich ungefähr ein dreiviertel Meter Schlamm angesammelt. Das Gewässer drohte zu verlanden."


Peter Jäger, Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde, bestätigt, dass alle Beteiligten sich bemühen, den Teich rechtzeitig zu füllen. "Wir müssen auch noch klären, woher das Wasser so schnell kommen soll. Einen natürlichen Zulauf in Form eines Baches gibt es nicht. Den Teich speist eine Quelle", so Jäger. Bis er sich auf natürliche Weise mit Wasser füllt, könnten Wochen vergehen.

Die Agrargenossenschaft hatte sich bereit erklärt, die Sanierung als Ausgleichsmaßnahme für Flächenversiegelungen infolge von Bauarbeiten im Betriebsgelände zu übernehmen. Das Gerücht ist im Umlauf, die Agrargenossenschaft saniert den Teich, weil sie ihn mit Gülle geschädigt habe. Dagegen wehrt sich Bittermann: "Die Sanierung hat damit nichts zu tun. Es geht hier einzig und allein um die Ausgleichsmaßnahme." Es stimme, dass es in der Vergangenheit landwirtschaftlich bedingte Verunreinigungen gegeben habe, "aber nicht in jüngster Zeit, das liegt länger zurück", so Bittermann. Peter Jäger bestätigt das. Zuletzt habe es keine derartigen Vorfälle mehr gegeben.

Mitarbeiter des Umweltzentrums Oberlauterbach errichteten bereits die Krötenzäune. Andreas Borowski, der die Arbeiten leitet, berichtet, dass an jedem vom Umweltzentrum betreuten Gewässer 200 Meter Krötenzaun zu installieren sind. "Sobald die Krötenwanderung einsetzt, kontrolliert ein Naturschutzhelfer täglich die eingegrabenen Eimer und leert diese", beschreibt er das Vorgehen.

Sollte es doch nicht gelingen, den Teich rechtzeitig für die Amphibien herzurichten, gibt es einen Notfallplan: "Wir würden in so einem Fall die Tiere in Käppels Floßteiche bei Schneidenbach bringen", so Borowski. Doch dieser zweite Plan habe einen Haken: Tiere, die aus der anderen Richtung kommen und keine Straße überqueren müssen, können die Naturschutzhelfer nicht retten.

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