Für eine Ferienwoche können Kinder Astronauten sein

Der Reichenbacher Verein christlicher Menschen hatte ein ungewöhnliches Ferienangebot im Programm. Neugierige junge Leute konnten mit viel Fantasie und spielerisch in ferne Welten reisen.

Reichenbach.

Die Dekoration erscheint gleichermaßen aufwendig wie liebevoll gestaltet: golden und silbern blinkende Sterne, gemalte Planeten, ein vom Himmel fallender Komet, jede Menge Alufolie sowie ein selbst gebautes Raumschiff mit Gugelhupfformspitze und Gartenschlauch. Zwei Pappraketen erfreuen mit Licht und Geräuschen. Dazwischen funkeln an die Wand projizierte Sterne. Die Dekoration wird für das Feriencamp des Vereins CVJM - Die Fabrik genutzt, das am Wochenende zusammen mit den Schulferien endet.

65 Kinder haben sich dort eine Woche lang mit dem Thema Astronomie beschäftigt. Die Gruppen waren je nach Alter aufgeteilt und hießen Sternchen, Mond- oder Sonnenkinder, Marsianer, Supernovas oder Yediritter. Einige kamen als Tageskinder und schliefen nicht in den Vereinsräumen.


Warum ausgerechnet ein Astronautencamp bei einem christlichen Verein? Melanie "Melli" Buch, die das Camp leitet, antwortete: "Wir haben überlegt, was wir noch nicht hatten, und da ist uns das eingefallen. Die Kinder finden es cool und interessieren sich auch wirklich dafür. Und warum nicht! Gott hat alles gemacht. Die Bibel beginnt ja mit den Worten 'Am Anfang erschuf Gott Himmel und Erde', also auch das Weltall. Wir sind das Licht der Welt und die Sonne ist Licht. Man kann die Schöpfungsgeschichte gut dazu erzählen." Und weil Gott laut Bibel alles erschaffen hat, passen auch die Teilnehmer mit ihren verschiedenen Herkunftsorten gut dazu. Sie kommen aus dem Einzugsgebiet zwischen Greiz, Plauen, Crimmitschau und Zwickau, viele haben aber auch Geburtsorte in Afrika oder Osteuropa im Ausweis stehen.

Die Woche war ausgefüllt mit Ausflügen und Beschäftigungs- sowie Spielangeboten. Im Wettstreit zwischen Kindern und den 15 Betreuern wurden zwei Pappraketen bemalt. Die Eltern entscheiden, welche schöner ist. Sie kommen zur Abschlussveranstaltung, für die die Kinder ein Programm einstudiert und Essen zubereitet haben. Es wird getanzt, gesungen und gespielt. Da so eine Rakete manchmal notwassern muss, waren die Campteilnehmer im Bad. Aufgrund des schlechten Wetters wurde aus dem geplanten Freibadbesuch ein Aufenthalt in der Halle.

In der Sternwarte und dem Planetarium Rodewisch konnten sie altersgerechte Filme zum Thema Weltall sehen und ihr Wissen vervollkommnen. Melanie Buch: "Wir haben uns jeden Tag mit einem Planeten beschäftigt, Space-Cupcakes gebacken und mit Gold- und Silberperlen verziert, Astronautenbilder gemalt. Am coolsten fanden viele unser Nachtgeländespiel."

Dabei mussten die Kinder alles suchen, was leuchtet und dann zusammenpuzzeln. Die Teile waren mit Leuchtstäben und beleuchteten Luftballons markiert. Die Kinder hatten sich vorher mit Neonfarben angemalt und strahlten im Licht der Taschenlampen. Anthony, der schon zum dritten Mal im Sommercamp war, fand das Programm schön und bedauerte, dass die Woche so schnell vorüberging.

Abschied von der Tätigkeit hier in Reichenbach nimmt auch Melanie Buch, die die Feriencamps fünf Jahre leitete und an manchem Projekt des CVJM beteiligt war. Sie hat geheiratet und geht zu ihrem in Amberg stationierten Mann. "Ich hoffe, dass alles weitergeht und es auch im kommenden Jahr ein Feriencamp gibt", sagt sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge, denn die Kinder vor Ort sind ihr ans Herz gewachsen. Doch sie weiß auch, was für die Arbeit notwendig ist: Ein Ansprechpartner vor Ort und Vertrauen, das man sich aufbauen muss.

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