Gartenschau: Finale in voller Blüte

Für rund eine Woche kamen in Reichenbach wieder Landesgartenschau-Gefühle auf. Wie schon einmal vor fünf Jahren wurde an das prägende Ereignis vor zehn Jahren erinnert. Kleiner natürlich als damals - aber nur ein bisschen.

Reichenbach.

Die zweite Kleine Gartenschau in Reichenbach ist am Sonntag mit der letzten Vorstellung im Sommernachtskino zu Ende gegangen. Nach Aussage von Stadtsprecherin Heike Keßler hatten 33.500 Besucher über neun Tage lang ein buntes Programm in Sachen Kultur, Natur, Kunst und Genuss erlebt. Vieles wurde dabei mit eigenen Mitteln gestemmt, woraus sich allerlei Mehrfachauftritte der gleichen Akteure ergaben.

Als größtes Problem der Gartenschau erwies sich das Wetter. Bei 37 Grad im Schatten war der Aufenthalt auf dem Musterplatz vor der Bühne so gut wie unmöglich. "Ich habe bereits mit Firmen und Architekten gesprochen, um eine Lösung für ein Sonnensegel zu finden", sagte Reichenbachs OB Raphael Kürzinger (CDU) am Sonntag auf der Bühne. Die Diskussion um sonnen- und Regenschutz geht schon seit Eröffnung der Landesgartenschau 2009. Sie keimt immer wieder auf, wenn die Temperaturen die 30-Grad-Marke anpeilen. Einen Trost hatte Kürzinger: Auf der Landesgartenschau in Frankenberg sollen am vergangenen Sonntag deutlich weniger Besucher als in Reichenbach gewesen sein. Außerdem hätten ihm Besucher zugetragen, dass hier mehr los sei als in Frankenberg.


An diesem Wochenende waren allein 12.700 Gäste in den Park gekommen, um das Vogtländische Schalmeienspektakel, den Ökumenischen Kirchentag, das Kinderfest des Christlichen Kindergartenvereins und viele weitere Programmpunkte zu verfolgen oder sich an Kreativ-, Sport- und Spielangeboten zu beteiligen. 8200 davon hatten sich den Abschlusstag ausgewählt, viele von ihnen wegen des freien Eintritts. Eine feste Größe für die jungen Besucher war das Grüne Klassenzimmer, in dem an jedem Wochentag 500 Schüler oder Kindergartenkinder ein Programm rund um Flora und Fauna erlebten. "Hier war schon vormittags richtig was los. Es ist schön, dass die Stadt so etwas organisiert", sagte Ramona Rexheuser, die täglich Monas Koffer mit Kreativangeboten öffnete. Am Samstag konnten Kinder zum Beispiel Edelsteine suchen und bestimmen. Der Sonntag war ein richtiger Familientag, bei dem alle Generationen auf ihre Kosten kamen.

Sieben Kapellen spielten beim Schalmeienspektakel ein buntes Repertoire und zeigten, dass Schalmeienmusik alle Genres der Musik von Rock, Pop, Klassik, Marschmusik oder speziellen Titeln erfassen kann. Der Fluch der Karibik erklang genauso wie der kleine grüne Kaktus oder Rosamunde - letztere in allen möglichen Variationen. Dazwischen tanzte Cheermania Auerbach und bot zusätzlich etwas für das Auge.

Gut besucht waren die Vorträge von Kräutergärtnerin Katja Sagan. "Ich dachte, beim Schnecken-Vortrag kommt keiner, weil es in diesem Jahr wegen der Trockenheit kaum Schnecken gibt, aber auch da waren Leute hier", sagte sie. Am Sonntagnachmittag erlebte die Kräutergärtnerei noch einmal einen Ansturm auf Pflanzen, Tees und Gewürzmischungen.

Gern wurden auch zusätzliche Angebote genutzt, die nicht im Programmheft standen, zum Beispiel die Fotobox am Samstag, die Erinnerungsbilder von Besuchern im bepflanzten Skoda-Oldtimer produzierte.

Je nach Film und Wetter fanden sich Filmbegeisterte am Sommernachtskino ein. "Es gab schon Nachfragen, ob wir das wiederholen, auch von der Firma Blue Vision, die die Technik gestellt hat. Wir denken über Sommerkino im kommenden Jahr nach. Das Museumsdepot besuchten an den beiden Wochenenden 2000 Gäste. Am Sonntag entstand eine Schlange am Einlass, weil nur eine überschaubare Anzahl an Besuchern möglich war, um den dort gelagerten Museumsschätzen keinen Schaden zuzufügen.

Mit der Anregung einiger Besucher, doch die Kräuterbeete und die Dekoration am Zickzackweg über die Gartenschau hinaus zu belassen, kann sich Rüdiger Sagan von der Gärtnerei nicht anfreunden. "Das funktioniert leider nicht. Binnen kurzer Zeit wären keine Pflanzen mehr da", ist er sicher. Dafür werden einige Blumenbeete und Dekorationen erhalten bleiben und noch zu sehen sein, wenn der Park am 13. Juli wieder komplett öffnet.

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