Gartenschau-Gäste dürsten nach Schatten

Der Auftakt der Kleinen Gartenschau hat Reichenbach weniger Gäste beschert als die Erstauflage vor fünf Jahren. Die Hitze war aber einziges Manko.

Reichenbach.

Insgesamt 2900 Besucher haben die Veranstalter der zweiten Kleinen Gartenschau im Park der Generationen Reichenbach am Eröffnungstag gezählt. Das teilte Stadtsprecherin Heike Keßler mit. Dass es deutlich weniger als bei der Erstauflage vor fünf Jahren (4500) waren, wird den hohen Temperaturen zugerechnet. Gleich bei der Eröffnungsveranstaltung wurde das Manko des Parks deutlich: Der Musterplatz mit der Bühne lag in voller Sonne. Wer sich das Programm dennoch anschauen wollte, nahm auf der Wiese unter dem Schatten der Bäume Platz oder suchte Schutz unter dem Vordach des Verwaltungsgebäudes - die Gäste schnappten sich einfach die Stühle und setzten sich in den Schatten.

Das war jedoch schon das einzige Problem, mit dem die Besucher zu kämpfen hatten. Alles andere lief wie am Schnürchen, obwohl einige das Angebot im Park "überschaubar" fanden. Das Nonstop-Bühnenprogramm begann mit einer Premiere. Peter Manz, Solo-Cellist der Vogtland Philharmonie, hatte eigens dafür eine Eröffnungsfanfare komponiert, die von jetzigen und früheren Schülern der Musikschule Vogtland vorgetragen wurde. Andreas Bachmann, der am Samstag durch das Programm führte, stellte die Akteure vor und führte Gespräche mit den Organisatoren und Beteiligten. Auf der Bühne stand auch Annegret Petasch, die bei der Landesgartenschau 2009 und der Kleinen Schau 2014 die Fäden für die Blumenschauen in der Hand hielt. "Mittlerweile lasse ich die Floristen des Verbandes gestalten und mache nicht mehr alles selbst", verriet sie. Zur Eröffnung der Hallenblumenschau strömten zahlreiche Neugierige ins Alte Wasserwerk und bewunderten die Blumenarrangements. Zeitweise bildete sich vor dem Schmetterlingsraum eine Schlange, da nur fünf Personen gleichzeitig eingelassen werden dürfen.


Alles rund um Garten und Gärtnern stand bei vielen Gästen im Mittelpunkt. In ihrer Kräuterschule stellte Kräutergärtnerin Katja Sagan 70 Kräuter in 70 Minuten vor und beantwortete anschließend Fragen. "Es gibt immer noch viel Unwissen, zum Beispiel zur Essbarkeit oder zur Pflege", sagte sie. Die Firma aus Brockau sorgte für die Gestaltung eines großen Areals zwischen Museumsdepot und Wasserwerk mit Schaubeeten, einem Skoda Baujahr 1961 inklusive üppiger Blumenbepflanzung als beliebtes Fotomotiv, dem grünen Zelt für Vorträge und einigen Dekoobjekten. Gartenflair herrschte auch am Haupteingang, wo Mario Knoll die uralte Technik des Sensendengelns erklärte.

Der Tag wurde vorwiegend mit Laienkünstlern aus der näheren Umgebung gestaltet. Einen ungewöhnlichen Klangakzent setzte das Percussion-Ensemble Schlag-ART-AG aus Nordhorn mit seinen jungen Schlagzeug- und Schlagwerkspielern. Für Stimmung sorgte die Schalmeienkapelle Reichenbach, die quer durch den Park zog. Sie wurde von Fahnenschwenkern aus Westhausen begleitet. Zu dem Ort bestehen Kontakte, die beim Partnerschaftsabend vor Beginn der Gartenschau gewürdigt wurden. Die Veranstaltung im Festzelt begann mit Verspätung, da die Nordhorner, deren 30-jährige Partnerschaft mit Reichenbach gefeiert wurde, im Stau standen. "Wir hatten einen kurzweiligen Abend. Einer der Höhepunkte war die Enthüllung des Partnerschaftswegweisers für die Mylauer Partnerstädte", sagte die Chefin des Partnerschaftskomitees Chris-Dore Trampel. Der Wegweiser steht unweit des gleichartigen Schilderpfahls der Reichenbacher Partnerstädte.

Den absoluten Höhepunkt des Samstagabends lieferte Christina Rommel, die für ihr Schokoladenkonzert eine Band und die Chocolatiere Annekatrin Gold mitgebracht hatte. Schokoladenmädchen brachten das dunkle Gold in Kostproben zu den Besuchern, die sich mit viel Applaus für den genussvollen Abend bedankten.

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