Gottesdienst ersetzt Einheitsfeier

30 Jahre Deutsche Einheit - das wollten Vogtländer und Oberfranken Anfang Oktober gemeinsam in Mödlareuth begehen. Daraus wird nichts. An das Jubiläum soll trotzdem erinnert werden.

Plauen.

Das mit dem Landkreis Hof und dem Saale-Orla-Kreis in Thüringen geplante Einheitsfest in Mödlareuth findet wegen der Coronapandemie nicht statt: "Das geht nicht auf Krampf", sagte Landrat Rolf Keil (CDU) jetzt in einem Pressegespräch. Er kündigte dafür einen auf 200 Personen begrenzten Gottesdienst im ehemals geteilten Dorf an. Der Gottesdienst beginnt 10 Uhr. Zudem machte der Landrat auf ein Festkonzert am Abend des 3. Oktober im Theater in Bad Elster aufmerksam.

Auch eine für den Einheitstag erhoffte Veranstaltung am früheren Grenzturms Heinersgrün findet nicht statt. Grund dafür ist aber nicht Corona, sondern die dort laufenden Sanierungsarbeiten. Der Bau habe sich nach drei Jahrzehnten in Privatbesitz "zum Biotop entwickelt", erklärte Wirtschaftsdezernent Lars Beck, und meinte damit den Bewuchs auf dem Dach. Der Dachaufbau wurde abgenommen und die Fassade außen gereinigt. Das Dach werde derzeit gesichert, damit es nicht mehr hineinregnet, Blitzschutz angebracht. Ein neues Geländer wurde schon montiert. Mit der Außensicherung des Turms wolle man in diesem Jahr noch fertig werden. Dazu gehört auch das Einsetzen provisorischer Fenster. Als nächstes stehen die Fassadensanierung, die Instandsetzung im Inneren und die Außenanlagen samt Parkplatz und Schautafeln auf dem Plan. Das alles kostet bis zu 90.000 Euro.

Man wolle bis Ende 2021 "das frühere Grenzgeschehen erlebbar machen", schilderte Lars Beck die Vorstellungen. Das Deutsch-Deutsche Museum Mödlareuth als künftiger Betreiber des historischen Gedenkortes werde über den Winter ein Nutzungskonzept erstellen. Je nachdem, was noch alles vorgesehen ist, könnten die Kosten auf rund 260.000 Euro steigen. Dafür seien dann neue Fördermittel nötig.

Mit einer neuen Ausstellung in den Schaukästen des Landratsamtes am Postplatz und einer Wanderausstellung gleichen Inhalts will der Vogtlandkreis in den nächsten Wochen und Monaten an die Ereignisse in der Region in den Jahren 1989 und 1990 erinnern. "Wir haben den Zeitraum von der Maueröffnung bis zur Einheit dargestellt", sagte Christian Espig, Leiter des Kreisarchivs. Man habe dabei das gesamte Vogtland berücksichtigt. "Der Stil der Collagen hat sich bewährt", sagte Grafikdesignerin Susann Schmidt über die von ihr gestalteten Tafeln. Zu sehen sind unter anderem eine Zeitungsmeldung über eine Fairness-Vereinbarung am Runden Tisch in Auerbach, das Wahlplakat einer Jungen Liberalen Aktion in Klingenthal, Ergebnisse der ersten freien Kommunalwahlen vom 6. Mai 1990, Plakate für das Einheitsfest 1990 und vieles mehr.

Die Schau in den Fenstern an der Bahnhofstraße kann bis Dezember betrachtet werden. Als Wanderschau macht sie außerdem Station im Reichenbacher Rathaus (14.9. bis 25.9.), im Musik- und Wintersportmuseum Klingenthal (29.9. bis 9.10.), in der Schloss-Arena Auerbach (12.10. bis 23.10.) und im Kreisarchiv Schloss Voigtsberg Oelsnitz (26.10. bis 13.11.).

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