Grausamer Hundetod landet vor Gericht

Nach einem Schuss war Mischlingshund Meddox im Wald bei Kottengrün verblutet. Im August beginnt der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter.

Kottengrün.

Bis heute gibt es Peter Irion (59) einen Stich ins Herz, wenn er an den Tod seines Hundes Meddox denkt. "Ich hing sehr an ihm - er war lieb und pflegeleicht, ließ sich von jedem streicheln und hörte aufs Wort", berichtet er. Der Kottengrüner hatte den Schäferhund-Mischling ein halbes Jahr vor der Tragödie aus dem Tierheim geholt. Am 2. August soll der Fall nun juristisch aufgearbeitet werden.

Am 27. September 2016 riss der sonst so folgsame Rüde aus dem Grundstück aus und rannte in den Wald. An einem Wanderweg traf er mehrere frei laufende Hunde, die mit ihrem Frauchen unterwegs waren, und tollte mit den Artgenossen auf einer angrenzenden Wiese umher. "Dann fiel plötzlich ein Schuss", so schildert Peter Irion den Bericht der Frau. Verschreckt seien deren Hunde zu ihr zurück gekommen, Meddox blieb verschwunden. Fünf Tage später fanden Forstarbeiter das tote Tier im Wald - auf der anderen Seite des Dorfes. Es wurde festgestellt, dass eine Kugel die Hüfte des Hundes durchschlagen hatte, das Geschoss selbst war unauffindbar. Meddox hatte sehr viel Blut verloren, außerdem wohl noch einen Schlag über den Schädel bekommen. "Jemand muss ihn dann mit einem Fahrzeug weggebracht haben", glaubt Irion. Sonst hätte sich das blutende Tier durch den Ort schleppen müssen, was aufgefallen wäre. Auf Grund des Schusses nahmen Polizei und Staatsanwaltschaft Ermittlungen auf, der Fall wurde in "Kripo Live" geschildert, "Freie Presse" berichtete ausführlich. Dies habe unter anderem dazu geführt, dass sich Menschen meldeten, die konkrete Aussagen machten, sagt Peter Irion. So habe ein Tatverdächtiger ermittelt werden können. Am 2. August soll der Prozess am Amtsgericht Auerbach stattfinden. "Ich war sehr angenehm überrascht, als ich vor kurzem die Ladung bekam", sagt der Kottengrüner - zuvor hatte er lange nichts gehört und deshalb befürchtet, dass am Ende alles im Sande verlaufen sei. "Die Mühlen des Gesetzes mahlen zwar langsam, aber sie mahlen eben doch."

Amtsgerichtsdirektorin Inge Bahlmann bestätigt den Prozesstermin und die Anklage wegen Verstoßes gegen Paragraf 17 Tierschutz-Gesetz. Danach wird "mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wer ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet" oder diesem "erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt".

Der Prozess beginnt am 2. August, 10 Uhr, im Amtsgericht Auerbach.

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