Großbrand schweißt Retter weiter zusammen

Der Reichenbacher OB hat Ordnungshütern und Helfern traditionell Dank gesagt. Zwei Neubauten und frisches Personal sorgen für Optimismus.

Reichenbach.

Mit dem Weihnachtskaffeetrinken mit Ordnungshütern und Helfern hat Oberbürgermeister Raphael Kürzinger (CDU) am Donnerstag im Grünen Saal des Rathauses eine schöne Tradition fortgeführt. Für alle gab es am Ende "Süße Grüße aus Reichenbach" als Geschenk, eine Pralinen-Edition mit dem Signet des OB.

"Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen. Man weiß nie, was man kriegt", heißt es im Kinofilm "Forrest Gump". Was sie als nächstes erwartet, wissen auch Feuerwehr, DRK-Rettungsdienst, Technisches Hilfswerk und Polizei oft nicht. Ein überaus schwerer und komplizierter Einsatz hat sie 2019 noch weiter zusammengeschweißt: Der Großbrand vom 26. Juni in der Firma Galvanotechnische Oberflächen (GTO) im Industriegebiet an der A 72. Alle nahmen am Donnerstag darauf Bezug. "Vogtlandweit war das ein Einsatz, von dem selbst altgestandene Kameraden sagen: Das hatten wir noch nicht", meinte Kreisbrandmeister Gerd Pürzel. Der Brand drei Wochen davor bei Glitzner mute im Vergleich wie eine Übung an, fand Stadtwehrleiter Thomas Weck, und lobte: "Die Zusammenarbeit war großartig." Das gute Funktionieren der Einsatzkräfte bilanzierten auch Andy Feig, Leiter des DRK-Rettungsdienstes Göltzschtal, und Bernd Fengler, Leiter des Polizeireviers Auerbach-Klingenthal.

Zwei geplante Neubauten sorgen bei den Rettern für Optimismus. Zum einen freut sich der Kreisbrandmeister, dass in Eich bei Treuen für 8,5 Millionen Euro ein neues Kompetenzzentrum Brand- und Katastrophenschutz gebaut werden soll. Zum anderen entsteht an der A 72 bei Reichenbach für rund drei Millionen Euro eine neue Rettungswache. Sie ersetzt die alte, sehr beengte an der Paracelsus-Klinik. Die Rettungswache Reichenbach verzeichnete 2019 bis jetzt schon 173 Notfalleinsätze mehr als letztes Jahr, erklärte Andy Feig. Fehlende Hausärzte und die alternde Bevölkerung spiegeln sich darin wider.

Mit rund 200 aktiven Kameraden steht die Freiwillige Feuerwehr Reichenbach sehr gut da. Aus den Jugendwehren rückten dabei in diesem Jahr elf Kräfte auf, fünf in Rotschau sowie je drei in den Wachen Reichenbach und Mylau. Am 17. Januar 2020 soll die neue Drehleiter in Dienst gestellt werden, an der zurzeit die Ausbildung läuft. Bis Donnerstag zählte die FFw Reichenbach in diesem Jahr 230 Einsätze.

Das THW Reichenbach hatte 2019 bislang 19 Einsätze, erklärte Ortsbeauftragter Mario Duda. Regional und überregional sowie mit dem in Zwickau stationierten Hilfszug der Deutschen Bahn.

Die Polizei, so sagte Revierleiter Fengler, habe am Standort Reichenbach 23 Beamte. Zu den drei Bürgerpolizisten solle in zwei Monaten noch einer für Netzschkau und Mylau hinzukommen. Verstärkung brauche die ehrenamtliche Sächsische Sicherheitswacht. Aufgeklärt habe die Polizei eine Serie von Einbrüchen vom Jahresanfang sowie Schmierereien vom August. Die Täter seien laut Fengler Reichenbacher. Anfang Juli war die Polizei zu Auseinandersetzungen mit 40 bis 60 Personen ans Internat des Beruflichen Schulzentrums gerufen worden. Die Lage habe sich dort seither entspannt, doch müssten jetzt noch Baumaßnahmen im Objekt folgen.


Mehr Falschparker - Fliegende Steine und Teller

Die flexible Einsatzgruppe des Ordnungsamtes in Reichenbach ist 2019 von sechs auf zehn Personen aufgestockt worden. Sie nahm 681 Kontrollen und Ermittlungen vor und absolvierte Streifengänge, beispielsweise zu Lärm- und Geruchsbelästigungen, Verkehrsproblemen oder Vandalismus. In diesem Jahr hat die Stadtverwaltung bislang 3700 Verstöße beim Parken geahndet. 4100 Tempo-Sünder wurden geblitzt. Bearbeitet wurden 710 Anzeigen, Bürgereingaben, Anschreiben, Sachverhalte, Beauflagungen zu Ordnung und Sauberkeit sowie 47 Ersatzvornahmen bei nicht erfüllter Anliegerpflicht.

Die Schiedsstelle Reichenbach behandelte 2019 bislang sechs Schlichtungsfälle, die mit Vor-Ort-Besichtigungen teils langwierig waren. Dabei ging es unter anderem um Beleidigung, Lärmbelästigung, Grenzstreitigkeiten, tätliche Angriffe und einen kaputten Zaun. Laut Friedensrichterin Steffi Seumel bescherten ein entferntes Halteverbotsschild, Nachbarn, die sich mit Steinen bewarfen, sowie eine Therapiegruppe, in der Teller flogen, Arbeit. Bei 48 Tür- und Angelfällen suchten Bürger Rat zu Mietstreitigkeiten in Pachtgärten, zum Wassereintritt ins Nachbargrundstück, zum Sorgerecht und zu Beleidigungen. (gb)

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