Hortplätze werden knapp

Die Auslastung der Horte im Vogtland ist hoch. Was die Betreuung in Kitas besser machen soll, könnte zu Abstrichen in der Nachmittagsbetreuung führen.

Plauen/Reichenbach.

Mehr als 6900 Hortplätze gibt es im Vogtland. Fast jeder Dritte wird an Grundschulen in Plauen angeboten. Damit gibt es in der Region laut Angabe des Landratsamtes für neun von zehn Kindern einen Nachmittagsbetreuungsplatz. Bis 2022 sollen 180 bis 200 neue Hortplätze entstehen, wie Vizelandrat Uwe Drechsel als Verantwortlicher für den Bereich Soziales auf Anfrage mitteilen lässt. Denn die aktuelle Rechnung geht nur auf dem Papier auf. Bei der Nachfrage von Plätzen gibt es einen Unterschied zwischen Stadt und Land. Während viele Horte in Plauen an ihre Grenzen stoßen, sind im Umland welche frei.

Die Stadt Plauen reagiert auf die wachsende Nachfrage. Die geburtenstärkeren Jahrgänge der vergangenen Jahre entwachsen dem Kindergartenalter. Die Stadt sei bemüht, jedem Kind einen Hortplatz an der zugeordneten Grundschule zur Verfügung zu stellen. Nicht immer funktioniere das direkt zum Schuljahresbeginn, räumt Lutz Schäfer ein, Leiter des Fachbereichs Jugend, Soziales, Schulen und Sport. Schuld sei der Fachkräftemangel. Umlenkungen an eine andere Schule seien deshalb aber noch nicht nötig gewesen. Allein dieses Jahr hat die Stadt die Hortkapazität um 82 Plätze erhöht. Im Hort der Grundschule Karl Marx erfolgte eine Erhöhung von 340 auf 360 Plätze. "In diesem Fall musste zusätzliches Personal zur Verfügung gestellt werden, was uns rechtzeitig vor Schulbeginn gelungen ist", erklärt Schäfer.

Aktuell arbeitet die Kreisbehörde an der Bedarfsplanung fürs nächste Schuljahr, die bis November vorliegen soll. Schwierigkeiten könnten sich durch Neuerungen ergeben, die die Betreuung der Jüngsten verbessern soll: der höhere Betreuungsschlüssel durch das Gute-Kita-Gesetz sowie die Einführung der Vor- und Nachbereitungszeiten für Erzieher. "Bei fehlenden Personalkapazitäten sichern die Träger natürlich im Rahmen ihrer Möglichkeiten primär die Betreuungsangebote mit Rechtsanspruch für die Kinder bis zum Schuleintritt ab", heißt es seitens der Kreisbehörde. Auch Plauen betont, dass die personelle Absicherung in den Krippen und Kindergärten Vorrang hat. "Bei Personalmangel in den Horten kann es zeitweise zu verkürzten Betreuungszeiten kommen", kündigt Lutz Schäfer an und betont, dass in Notfällen Einzelfalllösungen gefunden werden.

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