Igelausflug endet tödlich

Familie Heinzmann aus Lengenfeld wollte sich und der Natur etwas Gutes tun und siedelte einen Igel im Garten an. Dem Stacheltier war jedoch kein langes Leben beschieden.

Lengenfeld.

Der junge Igel lag tot in seinem Häuschen, als Peter Heinzmann ihn am Dienstag füttern wollte. Der Lengenfelder und seine Frau Renate hatten schon am Tag zuvor nichts Gutes geahnt. Ihr kleiner stachliger Gartenbewohner war abgemagert. Er torkelte durch den Garten und verweigerte die Futteraufnahme. Heinzmanns haben nur eine Erklärung: Der Igel hat etwas Giftiges gefressen. "Äußere Verletzungen haben wir keine feststellen können", sagt der Senior.

Heinzmanns befürchten nun, dass der Igel mit Gift in anderen Gärten in Kontakt gekommen sein könnte. "Vielleicht hat er Schnecken gefressen, die zuvor Schneckenkorn aufgenommen hatten", kann der Igelfreund nur vermuten. An die "Freie Presse" wandte sich Peter Heinzmann, weil es ihm wichtig ist, Gartenbesitzer darauf aufmerksam zu machen, welchen Schaden Pflanzenschutzmittel und ähnliches in der Natur anrichten können. "Man muss gar nicht so viel mit Chemie machen. Vieles kann man der Natur überlassen, die regelt das schon", ist sich Heinzmann sicher. Sein eigener Garten sei der beste Beweis dafür. Dort grünt und blüht es an allen Ecken und Enden prächtig, nicht zuletzt auch dank des geschickten Händchen von Renate Heinzmann, die sagt: "Pflanzen dürfen sich bei mir auch selbst ihren Platz aussuchen, wo sie wachsen wollen. Ich reiße nicht immer alles gleich aus." Ein Rundblick im Heinzmannschen Garten gibt den Eheleuten recht: Am Dauerfutterplatz bedienen sich Spechte, Stare und andere gefiederte Gäste. Im Efeugeflecht brüten Amseln. Die ersten Spatzenkinder sind auch schon ausgeflogen.


Renate und Peter Heinzmann fanden, dass zu ihrem Gartenglück ein Igel gut passen würde. Peter Heinzmann: "Früher hatten wir hier immer einen Igel im Garten, die letzten Jahre nicht mehr." Als erstes kauften sich Heinzmanns voriges Jahr ein Igelhaus, genauer gesagt, einen Bausatz für ein Igelhaus, denn Peter Heinzmann ist leidenschaftlicher Bastler. Dann war das Igelhaus fertig, was fehlte war ein Bewohner.

Dem Zufall wollten die Gartenliebhaber ihr Igelglück nicht überlassen. Ein Anruf in der Igelstation in Bad Elster genügte, und Ende Februar holten sich die beiden einen einjährigen männlichen Igel. Der bezog seine Behausung, tat sich am bereit gestellten Katzenfutter gütlich und eroberte nach und nach die neue Umgebung. "Die ersten Zeit hatten wir das Igelhaus eingezäunt, damit der Igel seine neue Umgebung kennenlernen kann. Als im Mai die Nächte milder wurden, haben wir den Zaun geöffnet", beschreibt Peter Heinzmann die Eingewöhnungsphase.

Der Igel erkundete die Umgebung, kam aber alle paar Tage wieder zurück. Seinen längsten Ausflug unternahm er zu Himmelfahrt. "Er kam erst nach fünf Tagen wieder", berichtet Peter Heinzmann. Als er von seinem letzten, zwei Tage dauernden Ausflug vorgestern heimkehrte, fiel seinen Betreuern sein verändertes Verhalten auf. Sie ahnten nichts Gutes. Jetzt ist der Igel tot und das Igelhaus leer. Erst im Herbst besteht die nächste Möglichkeit, einen neuen Versuch zu starten. Dann wird es wieder Fundtiere in der Igelstation geben, die ein neues Zuhause brauchen.

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