Imbiss-Betreiber nun 17 Sommer am Mühlteich

Wer bei Ralph Werner einkehrt, der hat meistens gute Laune. Das liegt nicht nur an der Natur am Standort.

Hauptmannsgrün.

Ralph Werner aus Mylau hat 2003 sein Reisegewerbe angemeldet. Seitdem steht der Vogtlandgrill jeweils von Juni bis August am Mühlteich in Hauptmannsgrün. Er kennt scheinbar jeden Grashalm, der am hinteren Ufer des Teiches wächst. Neben dem Imbisswagen steht auch der Wohnwagen zum Übernachten, für sieben Tage, für 24 Stunden pro Woche.

Ralph Werner: "Das mit dem Mühlteich war eher Zufall. Ein Kegelfreund hat mir erzählt, dass es hier keinen Imbiss gibt. Ich habe mein Glück probiert und bin hängen geblieben. Wenn man seinen Job gern macht, hat man Arbeit und Urlaub gleichzeitig. Es ist der Wahnsinn." Sein Sortiment hat sich etabliert: Würstchen, besonders Currywurst, Pommes frites, Bier und alkoholfreie Getränke, Kleinigkeiten für Kinder und Eis. Der 51-Jährige: "Das wird gut angenommen, mehr muss nicht sein." Die Kunden seien immer freundlich, er auch: "Die Leute kommen in ihrer Freizeit. Da hat keiner schlechte Laune." Er kennt die Organisatoren der Festivals, ob Chronical Moshers, der Borwaerk-Verein für das L*abore oder die Vogtlandvagabunden. Festivaltage sind für ihn aufregend, aber überschaubar: "Man freut sich darauf und ist dann auch froh, wenn es wieder vorbei ist. Wie viele Leute hier sind, ist ansonsten vom Wetter abhängig." Die Moshers machen ihre erste Festivalbesprechung vor Ort jedes Jahr am Imbiss. Für das L*abore verkauft er Tickets. Bei den Vogtlandvagabunden war er selbst dabei. "Solche Festivals sind total entspannend. Man muss neugierig sein, sich das einmal anschauen. Mir gefällt auch nicht jede Musik, aber das Zwischenmenschliche, das sonst in der Gesellschaft gerade etwas abgleitet, wird hier extrem gefördert", so der Imbissbetreiber. Er habe viel gelernt und bekomme Dinge am Rande mit, zum Beispiel, wenn Scoutfinder auf der Suche nach Musiktalenten unterwegs sind.


Die Camper stammen anhand der Autokennzeichen zu 70 Prozent aus dem Zwickauer Raum. Fahrradfahrer aus Reichenbach sind nicht selten. Auch die Leute vom Dorf schauen nach der Arbeit gern noch einmal am Teich vorbei. "Der Mühlteich ist richtig gut frequentiert", schätzt er ein. Wenn es heiß ist, springt er auch gern selbst ins Wasser. "Muss ich ja, denn die Leute fragen mich nach Wasserqualität und Temperatur", verrät er mit einem Lächeln auf den Lippen.

Für das Teichgelände wünscht er sich die Sanierung des Sozialgebäudes und wieder einen kleinen Spielplatz. Außerdem begrüßt er die Arbeitseinsätze, bei denen Vereine und Bürger gemeinsam etwas schaffen und gleichzeitig über Probleme reden. "Das müsste es viel öfter geben und nicht jemanden, der selbst zugezogen ist und mit der Kamera rumrennt, wenn die Festivals noch nicht einmal vorbei sind. Wenn die ganzen Vereine hier nicht wären, würde das Gelände anders aussehen. Nach den Festivals ist es jedes Mal sauberer als vorher. Oft wird mehr getan als beauflagt wurde", findet er.

Wenn Ralph Werner seine Zelte am Mühlteich abgebaut hat, widmet er sich dem Imbiss an der Kegelbahn des KSC Reichenbach/Mylau. Er bedient die Sportler und Besucher bei Trainings- und Wettkampftagen sowie bei Familienfeiern und privaten Veranstaltungen: "Im Sommer ist auf der Kegelbahn kaum etwas los. Und wenn, dann übernimmt das jemand." Für die Kegelbahn hat er ein extra Gewerbe angemeldet. Außerdem ist da noch seine Frau Petra, die sich neben ihrem Beruf um die Buchhaltung und ums Büro kümmert. "So kann ich mich auf das Wesentliche konzentrieren", sagt er.

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...