Irfersgrüner Faschingsverein könnte bald auf der Straße stehen

Nur noch wenige Monate bleiben Zeit, um den Rittergutssaal als Bürgerhaus zu sichern. Ob es eine solche Übernahme durch die Stadt gibt, ist derzeit völlig offen.

Lengenfeld.

Das symbolische Damoklesschwert, das seit ein paar Jahren über dem Irfersgrüner Carneval Verein (ICV) schwebt, könnte fallen: Der Verein droht seine Unterkunft, den Rittergutssaal, zu verlieren. Er wäre damit obdachlos. Die Eigentümerin hatte bereits vor Jahren den Verkauf des Gebäudes angekündigt. Der Verein hatte gehofft, die Stadt übernimmt den Part des Käufers. Die Kommune sah sich jedoch aus finanziellen Gründen außerstande, in die Bresche zu springen. Jetzt steht die Schließung für den Herbst nächsten Jahres bevor. Und das ausgerechnet im Jubiläumsjahr des ICV. Dieser wollte am 11. November 2020 in die 40. Saison starten.

Der Präsident des Vereins, Uwe Thümmler, schilderte am Montag die missliche Situation den Stadträten: "Wenn wir jedoch im Januar kein Gebäude mehr haben, brauchen wir auch keine Saisonstart zu feiern und können die schon bestellte Band wieder absagen." Um das noch abzuwenden, nutzten Vertreter des ICV und anderer Vereine von Irfersgrün die Bürgerfragestunden der Stadtratssitzung, um öffentlich auf ihr Problem aufmerksam zu machen. Die Irfersgrüner Ortsvorsteherin Mandy Zisowsky hatte zudem einen Antrag für die Stadtratssitzung vorbereitet, der nach Abstimmung durch die Stadträte auch Gehör fand: Die Verwaltung wird beauftragt, mit dem potenziellen Träger des Gebäudes, dem ICV, ein geeignetes Finanzierungskonzept zu erarbeiten unter Ausschöpfung aller zur Verfügung stehenden Fördermöglichkeiten für Sport, Kultur und Brauchtumspflege. Den Irfersgünern schwebt vor, das Gebäude als Bürgerhaus allen Vereinen zur Verfügung zu stellen. Ein Konzept über die gemeinschaftliche Nutzung des Rittergutssaales als Bürgerhaus durch die Vereine des Dorfes existiere seit längerer Zeit und liege den Stadträten vor, so Zisowsky. Der Präsident des ICV, Uwe Thümmler sagte: "Wir wollen seit Jahren ein Bürgerhaus, so wie alle anderen Ortsteile auch." Mit dem ICV seien es vier Vereine und die Feuerwehr, die das Gebäude nutzen würden. Dahinter stehen knapp 500 Mitglieder. "In den sechs Wochen Faschingssaison besuchen 2500 Gäste unsere Veranstaltungen", so Thümmler den Bedarf an diesen Räumen. Der ICV sei seit der Wende 1989 mit dem Haus verbunden und habe dort auch seine Trainingsräume. "Wir laden alle Stadträte ein, am Rosenmontag zu uns zu kommen und sich unser Programm anzuschauen, damit sie sehen, was wir machen", so Thümmler.

Stadtrat Wolfgang Schmutzler (CDU) schlug vor: "Wir müssen Finanzierungsmöglichkeiten suchen und genau wissen, welche Kosten im Raum stehen." Bürgermeister Volker Bachmann (Pro Lengenfeld) sicherte zu, das Thema ernst zu nehmen: "Wir werden gleich im neuen Jahr Gas geben. Entscheiden wird das allerdings der Rat."

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