Irisches Flair im Neuberinhaus zu spüren

Musiker und Tänzer von der grünen Insel boten in Reichenbach eine mitreißende Show. Unter den Zuschauern befanden sich Kenner.

Reichenbach.

Die vier Musiker und sieben Tänzer von Celtic Rhythms direct from Ireland entführten das Publikum am Samstag im Neuberinhaus für fast zwei Stunden auf die grüne Insel im Nordwesten Europas. Etwa 400 Besucher haben den Auftritt erlebt.

Das Ensemble streifte sowohl mit Tanz als auch Live-Musik durch mehrere Jahrhunderte Kulturgeschichte. Das begann bei den Kelten, reichte über Elemente des irischen Volkstanzes bis hin zum modernen Stepptanz, den Ensembles wie Lord oft he Dance einem breiten Fernsehpublikum zugänglich machten.

Einen ähnlichen Auftritt wie den der Tänzer im Fernsehen hatte auch Helga Hirsch erwartet, selbst Tänzerin und Tanzlehrerin und 50 Jahre Leiterin der Reichenbacher Showtanzgruppe. Als sie ihre Eintrittskarte orderte, erhielt sie die Auskunft, dass das Programm jeden Cent wert sei. "Es war anders als ich mir das vorgestellt hatte, aber es hat mir richtig gut gefallen", sagte sie nach der Veranstaltung. Sie war begeistert von den Tänzern, der Technik und den verschiedenen Tanzschritten. "Da steckt unheimlich viel Arbeit drin, und körperliche Anstrengung", weiß sie als Frau vom Fach.

Gleich zu Beginn des Programms verstanden es die vier Tänzerinnen und drei Tänzer, das Publikum mitzureißen. Schnell wurde deutlich, dass unter den Besuchern echte Fans der irischen Musik und des Tanzes waren, die bei kraftvollen Titeln mitklatschten und sich bei den lyrischen Balladen voller Sehnsucht und Melancholie zurücklehnten. Das eigentlich spärliche Bühnenbild wurde durch den geschickten Einsatz von farbigen Licht verwandelt - zur grünen Wiese, auf der Schafe zu weiden schienen, zum Irish Pub oder zur Straßenkreuzung, die die Tänzer mit einer Ceili genannten Tanzparty belebten.

Herausragend waren die solistischen Einlagen von Andrew Vickers. Der Startänzer und Choreograf eroberte die Herzen des Publikums mit Humor, den er auch in seine Choreografien einfließen ließ. Der traditionelle Besentanz, dem mehrere Überlieferungen zugrunde liegen, wurde zum improvisierten Flirt, bei dem sich beide Geschlechter gegenseitig zu tänzerischen Höchstleistungen antrieben, die den eigentlichen Zweck des profanen Kehrwerkzeugs in den Hintergrund treten ließen.

Die Musiker glänzten mit Gitarre, Fiddel (Geige), Akkordeon und Piano bei bekannten Titeln des Irish Folk, die wie das Volkslied "The Wild Rover" auch bei uns zum Gassenhauer wurden, allerdings mit dem Text "An der Nordseeküste ...". Die Tanzpausen füllten sie mit Instrumental- und Vokalmusik, bei der jeder Einzelne seine Begabung bei improvisierten Soli ausleben durfte. Mit der irischen Bodhrán, einer mit Ziegenfell bespannten Rahmentrommel, wurden die verschiedensten Klänge produziert und zusammen mit Tanz zu einer witzigen Einlage kombiniert.

Die Vielzahl an Mitwirkenden, die andere Ensembles aufbieten, glich Celtic Rhythms durch Ausdrucksstärke, Abwechslung, Ausstrahlung und harmonisches Zusammenwirken aus. Dabei war den Mitwirkenden der Spaß an ihrem Tun anzumerken. Die bisweilen auf der Bühne erzeugte Pub-Atmosphäre setzte sich in der Pause und nach der Veranstaltung an der Bar fort, mit Kilkenny, Guinness und Whisky.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...