Junge Lengenfelder packen an

Mit Marvin Körner und Johann Kluge hat das städtische Museum zwei leidenschaftliche Helfer. Sie interessieren sich nicht nur für Geschichte, sondern leisten noch viel mehr.

Lengenfeld.

Marvin Körner und Johann Kluge, beide 16 Jahre alt, sind nicht nur die jüngsten Mitglieder des Fördervereins des Stadtmuseums in Lengenfeld. Sie gehören auch zu den aktivsten. Lange bevor der Verein überhaupt gegründet wurde, kam Johann Kluge mit der Frage zu Museumsleiter Michael Heuck, ob er sein schulbegleitendes Praktikum im Museum absolvieren könne. Kluge: "Ich suchte einen Praktikumsplatz im Ort, und da ich mich für Geschichte interessiere, fiel mir das Museum ein."

Bei dem einen Praktikum blieb es nicht. Körner: "Johann hat mir von seinem Praktikumsplatz erzählt. Für Geschichte interessiere ich mich auch. Also haben wir eine weitere Praktikumswoche im Museum verbracht." Seitdem kommen die 16-Jährigen regelmäßig ins Museum, meist in der Ferienzeit. Zu tun gibt es jede Menge. Kluge berichtet: "Zuerst haben wir zwei Schränke mit Liederbüchern inventarisiert." Museumsleiter Heuck erklärt: "Das sind Liederbücher, die etwa um 1900 von den beiden ortsansässigen Männergesangsvereinen benutzt worden."

Die nächste Aufgabe führte die Schüler in die Vergangenheit der eigenen Schule. Der Museumsleiter: "Auf dem Dachboden der Oberschule stand ein Schrank mit alten Lehrmitteln. Die wären entsorgt worden, hätten wir sie nicht hierher gebracht." Von den alten Sachen sind die 16-Jährigen beeindruckt. Kluge: "70 Schaubilder aus den 1920er- bis 1950er-Jahren lagen in dem Schrank mit den unterschiedlichen Motiven, mittelalterliche Stadtansichten, Landschaften, Handwerk. Das sind solche Erklärbilder für den Geografie- und Geschichtsunterricht. Die sind eigentlich sehr anschaulich. Damit könnten wir auch heute noch etwas anfangen."

Geräumt und sortiert haben die zwei Helfer auch in den letzten Herbstferien, und zwar im Keller des Neubaus. Auch auf dem Dachboden, der als Archiv dient, waren sie schon aktiv. Körner berichtet: "Wir haben Kisten mit Küchengeräten, Spielsachen, Zeitungen und Büchern inventarisiert und beschriftet." Heuck über den Nutzen der Arbeit der beiden Jungs: "Das hat für mich den großen Vorteil, dass ich jetzt viel schneller etwas finde."

In den Winterferien haben sich die zwei Helfer einen bisher als Lager dienenden Raum im Obergeschoss des Altbaus vorgenommen, den Heuck gern der Ausstellungsfläche zuordnen würde. Heuck zur Aufgabe des Duos: "Bevor wir den Raum einräumen können, muss er erst einmal komplett leer geräumt werden." Der Museumsleiter plant, diesen Raum erstmalig für eine Sonderschau zum 75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs zu nutzen. Was haben die Aktionen den Teenagern gebracht, außer staubige und kalte Finger? Körner: "Wenn man in den alten Sachen stöbert, erfährt man viel über Geschichte. Man kann auch einmal etwas in die Hand nehmen. Das ist etwas ganz anderes, als wenn nur theoretisch darüber gesprochen wird." Kluge sagt: "Wenn ich mit meiner Familie oder mit Bekannten ins Museum gehe, kann ich auch einmal selbst etwas erklären. Mein Geschichtswissen ist jetzt viel größer. Auch auf unsere Fleißnoten hat sich das Praktikum positiv ausgewirkt."

Die zwei 16-jährigen Helfer sind auch zur Stelle, wenn sich der Verein öffentlich präsentiert: Sie verteilten bei solchen Gelegenheiten Mitgliedsanträge, etwa auf dem Adventsmarkt, und nahmen für den Gewerbeverein die ausgefüllten Bewertungsbögen für den Schaufensterwettbewerb entgegen.


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