Konzert in Treuen: Chöre vereinen ihre Kräfte

Leipziger Sopranistin sticht am Reformationstag in der Kirche heraus

Treuen/Lengenfeld.

Musik, die gut ins Ohr geht, tief berührt und kunstvoll gebaut ist, war am Donnerstagabend beim Konzert zum Reformationsfest in der Treuener St.-Bartholomäus-Kirche zu hören. Auf dem Programm standen geistliche Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy: die Hymne "Hör mein Bitten, Herr", die Vertonung des Psalms "Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir" und die Reformationssinfonie. Kompositionen, die barocke Fugenkunst, unverbrauchten Volksliedton und romantischen Gefühlsüberschwang mühelos vereinen, wurden von Interpreten mit einer bewegenden Gemeinschaftsleistung zum Klingen gebracht.

Kantor Marian Preusker hielt mit seiner weichen, elastischen Schlagtechnik das Geschehen wunderbar in Fluss. Es fehlte bei ihm - dank eines intensiven Blickkontakts mit den beteiligten Ensembles und Registern - auch nicht an der nötigen Präzision und einer sorgfältig gestalteten Dynamik. Unter solcher Leitung entfaltete der knapp 100 Sängerinnen und Sänger zählende Chor eine imponierende Vielfalt und Fülle des Klangs. Da waren leise schwebende, innige Passagen zu hören, fand man aber auch zu beeindruckender Dramatik und Strahlkraft - ob mit einem Schlag oder nach allmählicher Steigerung. All das war auch deshalb möglich, weil sich die Chöre der Kirchgemeinden Lengenfeld und Treuen zusammentaten und noch Sängerinnen und Sänger aus Markneukirchen mitwirkten.

Zudem war die Vogtland Philharmonie einmal mehr ein Partner, von dem einprägsame musikalische Impulse ausgingen. In den Chorwerken wie in der Sinfonie musizierten Streicher, Pauken und Bläser - das besonders geforderte Blech eingeschlossen - wie aus einem Guss und mit feinem Gefühl für die Schönheiten der Partituren. Eine Freude war gleichfalls die als Solistin verpflichtete Sopranistin Gesine Adler. Die Leipzigerin verkörperte nahezu sämtliche Tugenden der Gesangskunst: eine mustergültige Stimmführung, lupenreine Textverständlichkeit, eine sichere, strahlende Höhe, ein breites Spektrum an Klangfarben und außerdem ein beneidenswertes Gespür für Mendelssohns zugleich volksnahe und fein gesponnene Kunst. Nach dem letzten Ton spendeten die rund 250 Zuhörer viel Beifall.

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