Künstler und Fans huldigen Billy Joel

Im Reichenbacher Neuberinhaus wurde am Samstag mit "Piano Man" ein neues Projekt gestartet. Es klappte sogar noch besser, als erhofft.

Reichenbach.

Mit dem "Piano Man" hat die eigens dafür gegründete GbR einen Volltreffer gelandet. Zum Auftakt des Billy-Joel-Tribute-Projektes kamen mehr Gäste ins Reichenbacher Neuberinhaus als erwartet. Da die locker gestellten Stuhlreihen und Tische schnell besetzt waren, wurde kurzerhand der Rang geöffnet. Dann startete ein mehr als zweieinhalbstündiges Programm, das so wohl nur eingefleischte Billy-Joel-Fans oder ins Projekt Eingeweihte erwartet hatten. Frontman Thomas Bötig und die um ihn gescharten Musiker boten einen Querschnitt des vielfältigen Schaffens von Billy Joel, der als einer der erfolgreichsten Solokünstler in den USA gilt.

Thomas Bötig, als "Piano Man" überwiegend am Flügel und als Sänger zu erleben, überzeugte auch mit Bassgitarre oder Akkordeon. Ihm liegen sowohl die Balladen als auch die rockigen, flotten Titel. Die ihn umgebenden sieben Musiker waren sorgfältig ausgewählt. Saxofonistin Heike Hoch spielte atemberaubende Soli. Sie sang gemeinsam mit Thomas Bötig Ohrwürmer wie "Uptown Girl" im Duett. Kerstin Braun, die neben Drummer Siggi Klose die Perkussions-Instrumente zum Klingen brachte, spielte Violine und Akustikgitarre oder sang bei verschiedenen Titeln mit. Mit Cornelius Matthies am Bass sowie Bötig, Hoch und Braun stand bei einigen Titeln ein Gesangsquartett auf der Bühne, das auch A-Capella-Erwartungen erfüllte. Ekki Bunner am Bass, Kevin Eckstein an der Gitarre und Holger Klöden am Keybord vervollständigten den runden Klang, der dem des Originals sehr nahe kam.

Einen Farbtupfer im ohnehin schon abwechslungsreichen Programm setzte der Gesangsverein Langenbernsdorf. Die elf Sängerinnen und Sänger gaben Titeln wie "Goodnight Saigon", "River of Dreams" oder "Leningrad" das stimmliche Volumen. Die Videoprojektionen verstärkten die tiefschürfenden Texte Joels, die vielfach eine gesellschaftskritische Position einnehmen. Bilder von Vietnamkrieg bei "Goodnight Saigon" erzeugten bei den Besuchern ein Gänsehautgefühl.

Drei Tage hatten die Musiker im Neuberinhaus geprobt, nach tausenden Stunden in Vorbereitung des Projektes. Trotzdem hing der Auftritt am seidenen Faden. Bötig bedankte sich bei einer Reichenbacher HNO-Praxis, die den Abend gerettet hatte. Er hatte mit einer Erkältung zu kämpfen, von der am Abend nichts mehr zu bemerken war. Die Besucher erlebten das volle Programm und forderten mehrere Zugaben. Mit "We didn't start the fire" und Flammenprojektoren auf der Bühne sowie "Lullaby" war dann endgültig Schluss. Musiker, Organisatoren sowie Freunde und Angehörige der Akteure lagen sich in den Armen. Die Premiere war eine runde Sache. Es passte einfach alles, vom Sound über das Licht und die Bilder auf der Leinwand. Das Publikum war vom ersten Song an dabei und übernahm selbst einen Refrain beim Piano Man. Es bedankte sich mit viel Applaus. Manch einer hätte gern getanzt oder anderweitig mitgemacht. Einer Konzerttour steht nichts im Wege. Jörg Menke, der die Idee für das Projekt hatte, äußerte noch einen Wunsch: "Eines Tages möchten wir Billy Joel für die großartigen Songs persönlich danken." Der Sänger tritt zwar nur noch selten auf und schreibt keine Songs mehr. Da er jedoch familiäre Beziehungen nach Nürnberg hat, ist der Gedanke nicht abwegig. Informationen zum Projekt gibt es künftig im Internet.

 

https://pianoman.live

 

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