Kuh Lessly bekommt Schärpe für Milchleistung

Über eine besondere Ehrung freuen sich die Mitarbeiter im Milchviehstall Ranspach. Eines der Tiere hat eine Milchleistung von 100.000 Liter Milch erreicht.

Ranspach.

Die rot-weiße Schärpe trug sie nur für den Fototermin, die Lebensleistung aber kann ihr keiner nehmen: Kuh Lessly im Ranspacher Stall hat schon 100.000 Liter Milch gegeben. Eine Zahl und Menge, die man sich kaum vorstellen kann. Die aber außergewöhnlich ist. Für die Agrargenossenschaft "Weidagrund" in Unterreichenau ist es die dritte Kuh mit solch einer Leistung.

Aus diesem Anlass waren am Freitag Gesine Reimann und Silke Glück von Qnetics aus Jena ins Vogtland gekommen. Dahinter verbirgt sich eine Gesellschaft mit Sitz in Alsfeld, die sich vor einigen Jahren aus dem Landesverband Thüringer Rinderzüchter, dem Thüringer Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfungen in der Tierzucht und der Zucht- und Besamungsunion Hessen gebildet hatte. Dort ist die Agrargenossenschaft "Weidagrund" Unterreichenau Mitglied. Monatlich wird vom Verband die Milchleistungsprüfung im Ranspacher Kuhstall vorgenommen. Von der Milch jeder Kuh wird eine Probe gezogen. Diese wird ausgewertet, beispielsweise auf den Fett- oder Eiweißgehalt. Dem Milchviehbetrieb gibt diese Vorgehensweise eine Sicherheit über die Milchqualität und man weiß, welche Kühe die beste Milchleistung haben. Die Milch von der Agrargenossenschaft "Weidagrund" wird an den Milchhof Plauen geliefert.

"Insgesamt haben wir 605 Kühe", sagt Uwe Seiler, Leiter der Tierproduktion. Lessly - den Namen hatte er sich ausgedacht - steht seit zwölf Jahren im Milchviehstall in Rans- pach. "Im September hatte sie erst gekalbt." Es war ihr nunmehr achtes Kalb. Deshalb steht sie jetzt wie all die anderen Kühe, die Nachwuchs geboren hatten, für einige Woche in einem Stall mit ganz viel Stroh. "Das ist für uns natürlich ein großer Arbeitsaufwand", so Uwe Seiler.

Wieviel Milch das Tier an einem Tag gibt? "Die Tagesleistung liegt bei 48 Liter Milch." Früh und abends werden die Kühe im Melkkarussell gemolken. Zudem ist Lessly die drittälteste Kuh im Ranspacher Stall. Es wird zunehmend Wert darauf gelegt, dass die Kühe gesünder und langlebiger werden, der Trend geht dahin. Wie man das schafft? "Das setzt gutes Management voraus", weiß Gesine Reimann. Erreicht werde dies durch gute Bedingungen. Dazu gehören gutes Grundfutter und eine gute Haltung der Tiere. Auch dass die Mitarbeiter zu Schulungen geschickt werden und kompetent in ihrem Beruf sind, sei wichtig. All das wird auch in der Agrargenossenschaft "Weidagrund" so gehandhabt. Außerdem hat der Bau eines neuen Milchviehstalles in Rans- pach begonnen, investiert werden fast fünf Millionen Euro. Nicht zufrieden indes ist Uwe Seiler mit den Milchpreisen, die nicht kostendeckend sind. Daran habe sich auch das ganze Jahr über nichts geändert.

Im Jahr 2017 hatte der Landwirtschaftsbetrieb die vorhergehende Kuh mit solch einer Lebensleistung. "Ich denke, im Februar ist es wieder soweit", blickt Uwe Seiler voraus.

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