Kulturbund beginnt Adventszeit mit Stollenessen

Die Mitglieder der Lengenfelder Ortsgruppe haben etwa 200 Stollen in den vergangenen Jahren beim Anschneiden verputzt. Diese Tradition hat ein junges Gesicht.

Lengenfeld.

Der 33-jährige Bäckerei-Inhaber Thomas Lenk war noch gar nicht geboren, als Senior Willy Lenk vor geschätzten 40 Jahren das erste Mal vom Kulturbund Lengenfeld zum Stollenanschnitt eingeladen wurde. Die Tradition des Stollenanschneidens nach dem Totensonntag und vor dem ersten Advent führt der 33-Jährige nun in dritter Generation fort. Am Dienstag war es wieder soweit. Etwa 60 Kulturbundmitglieder freuten sich auf das erste gemeinsame Stollenessen.

Beim Blick aus dem Fenster des Konferenzraumes im Hotel Lengenfelder Hof war der bereits aufgestellte Weihnachtsbaum auf dem Markt und die Buden für den Adventsmarkt am Wochenende zu sehen. Selbst die alten Hasen des Kulturbundes können nicht mit Sicherheit sagen, wann genau der damalige Kulturbundleiter, Hermann Gerisch, zum ersten Stollenanschnitt einlud. Vorstandsmitglied Juliane Brasche: "Es muss in den 1970er-Jahren gewesen sein."

Der junge Bäcker versicherte, dass im Familienbetrieb die vier bis fünf Stollen, die im Kulturbund jedes Jahr zum Stollenanschnitt serviert werden, seit Jahrzehnten nach einem eigenen Hausrezept gebacken werden. Thomas Lenk: "Ich weiß aber, dass es zu DDR-Zeiten nicht immer ausreichend Butterschmalz und Butter gab, und es generell manchmal an den Zutaten mangelte." Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg sei sogar Rindertalg in den Teig gekommen, wenn hochwertige Zutaten fehlten. Der Bäcker: "Über die Jahre haben wir das Rezept von meinem Ururgroßvater verfeinert, aber die Grundzutaten haben sich nicht verändert." Thomas Lenk nutzte die Gelegenheit auch, um daran zu erinnern, dass Weihnachten ein christliches Fest sei, bei dem die Menschen die Geburt Jesu feiern. Gerade die Menschen im wohlhabenden Deutschland hätten allen Grund dankbar zu sein, doch leider sei oft das Gegenteil der Fall: "Der Umgang miteinander ist oft rau. Dafür gibt es aber keinen Grund."

Beim Kulturbundtreffen ging es am Dienstag aber vorwiegend fröhlich zu. Der Vorsitzende Erich Riedel nutzte die Gelegenheit für einen Rückblick auf das Vereinsleben. Zwei neue Arbeitsgruppen seien entstanden, die Montagssinger und die Gruppe Kreatives Basteln. Riedel: "Damit haben wir jetzt acht Gruppen. Zwei davon, die Wandergruppe und der Malzirkel, sind so gut besucht, dass sie keine neuen Mitglieder mehr aufnehmen können." Die Mitgliederzahl insgesamt liege stabil bei 155.

Für gute Laune sorgte während des Kaffeetrinkens Alleinunterhalterin Biggi Hopp aus St. Egidien, die im bürgerlichen Leben Birgit Kraneiß-Hopp heißt. Sie berichtete auf humorvolle Weise davon, was sie beim diesjährigen Weihnachtfest alles anders machen will.

Zudem sammelten die Kulturbundmitglieder wie jedes Jahr Geld für einen guten Zweck. 300 Euro kamen zusammen. Dieser Betrag kommt dem Hilfsverein Unterkarpaten zugute. Dessen Mitglieder reisen jedes Jahr um die Weihnachtszeit in ein Waisenhaus in die Ukraine, um dort Kindern Weihnachtsgeschenke zu überreichen.

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