Lackierzentrum Reichenbach baut Marktposition weiter aus

Das Familienunternehmen investiert bei anhaltend guter Auftragslage in neue Produktionsanlagen - und neue Mitarbeiter. Zu den Kunden der Firma gehören die Elbe-Flugzeugwerke und Edelmöbelbauer Deutsche Werkstätten.

Reichenbach.

Das Lackierzentrum Reichenbach LZR investiert weiter kräftig in den Ausbau seiner Marktposition: Am Dienstag ging eine nigelnagelneue Sandstrahlanlage in Betrieb, noch in diesem Jahr soll der Bau einer neuen Lackieranlage in Angriff genommen werden. "Außerdem schaffen wir auf dem Firmengelände gerade Platz für neue Lager- und Logistikhallen. Mehr Platz und mehr Kapazitäten brauchen wir auch, da wir gegenwärtig nicht alle Aufträge annehmen können", sagte Geschäftsführerin Sara Grasnick am gestrigen Dienstag im Rahmen der aktuellen Job-Tour-Initiative des Arbeitsamtes vor mehreren Interessenten. Die Arbeitssuchenden hatten sich in dem Familienunternehmen an der Zwickauer Straße umgeschaut und Arbeitsplatzprofile kennengelernt - zwei der Interessenten kommen wieder, einer arbeitet bereits ab Montag auf Probe.

Der Bedarf an neuen Arbeitskräften in dem 45-Mitarbeiter-Unternehmen steigt. "Aufgrund sehr spezieller Anforderungen brauchen wir zum einen Facharbeiter und zum anderen auch Mitarbeiter, die hier angelernt werden", klärte die LZR-Chefin auf. Denn selbst im Roboter-Zeitalter ist das manuelle Polieren, Bürsten oder Entrosten spezieller Bauteile unerlässlich. Darüber hinaus bildet das vor 45 Jahren von Seniorchef Gerold Zeidler gegründete Unternehmen selbst aus. Neben Verfahrensmechanikern für Beschichtungstechnik und Fahrzeuglackierern lernen bei LZR auch BA-Studenten oder Bürokaufleute. Aktuell gibt es neun Azubis. "Die meisten lernen unseren Betrieb über ein Praktikum kennen. Das hat den Vorteil, dass Missverständnisse nahezu ausgeschlossen sind", sagte Sara Grasnick und informierte über die rasante Entwicklung, die der Beschichter in den letzten Jahren genommen hat.

Christoph Ulrich

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Seinerzeit als reine Autolackiererei gegründet, ist das Unternehmen heute gefragter Branchenprimus und erfüllt als einer von nur drei Betrieben in Sachsen die hohen Produktions-Standards für die Luft- und Raumfahrtindustrie. Quasi als verlängerte Werkbank der Elbe Flugzeugwerke sind die Reichenbacher an der Drittvermarktung von Maschinen beteiligt, beschichten für die Umrüstung von Passagier- zu Frachtflugzeugen Innenteile wie Bodenplatten und Trennwände. Mehr als 20 Prozent des Firmenportfolios macht diese Kooperation mittlerweile bei steigender Tendenz aus.

Zu den Kunden des Unternehmens gehören zudem Metallbaufirmen, Maschinen- und Anlagenbauer sowie Automobilzulieferer. Für Mahle beispielsweise beschichtet LZR Kondensatoren und Kühler, die in Drohnen und Helikoptern zum Einsatz kommen. Für Elektronik-Systementwickler Sys Tec Heinsdorfergrund werden Leiterplatten vergossen. Relativ jung ist die Geschäftsbeziehung mit den Deutschen Werkstätten Hellerau - das Unternehmen ist weltweit führend im Ausbau von Privatresidenzen, Yachten, Vorstandsetagen und Luxushotels. Die Reichenbacher beschichten für den Dresdner Edelmöbelbauer etwa Teile für Hotellobbys, Betten oder Garderobenschränke. In der neuen Lackieranlage sollen dann noch anspruchsvollere Arbeiten ausführbar sein.

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