Metaller fordern 35-Stunden-Woche

Mit den ostdeutschen Metall-Arbeitgebern gibt es noch keine Einigung. Mahle-Mitarbeiter machten am Mittwoch Druck.

Heinsdorfergrund.

Bei einer Aktiven Mittagspause vor dem Werkstor haben sich Mitarbeiter von Mahle Industrial Thermal Systems im Industriegebiet an der Autobahn bei Reichenbach am Mittwoch nachdrücklich für die Einführung der 35-Stunden-Woche eingesetzt.

"35 reicht. Keine Zeit für neue Mauern", stand in weißen Lettern auf den roten T-Shirts, die die IG Metall mitgebracht hatte. "30 Jahre nach der deutschen Einheit muss das Versprechen gleicher Arbeits- und Lebensbedingungen in Ost und West endlich eingelöst werden", steht für Thomas Knabel, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Zwickau, fest. Zumal die hiesigen Mahle-Werke in der Produktivität den westdeutschen Werken nicht nachstehen. Und Betriebsratsvorsitzender Hartmut Schink ergänzt: "Die Leute haben es satt, als Menschen zweiter Klasse angesehen zu werden."


In Ostdeutschland arbeiten die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie noch immer 38 Stunden in der Woche. Im Westen wurde die 35-Stunden-Woche 1995 endgültig tariflich eingeführt. Auf Postkarten an Gesamtmetall und die ostdeutschen Arbeitgeber verliehen Mahle-Mitarbeiter ihren Forderungen Ausdruck. Am IG-Metall-Stand vorm Werkstor gab es passend zum Spruch "Es geht um die Wurst" Würstchen in der Mittagspause.

Vorausgegangen war am Morgen eine Aktive Frühstückspause im Mahle-Werk in Mylau. "Wir befinden uns zwar in der Friedenspflicht. Aber Friedhofsruhe halten wir deshalb nicht", erklärte Knabel.

Eigentlich hatten die Metall-Arbeitgeber zugesagt, im ersten Halbjahr 2019 ein Ergebnis zur Umsetzung der Arbeitszeitverkürzung erreichen zu wollen. Die IG Metall habe mit dem Modell unterschiedlicher Geschwindigkeiten und einer flexiblen betrieblichen Umsetzung Kompromissbereitschaft gezeigt. Doch mittlerweile sei die Schmerzgrenze erreicht. "Eine Verhandlungslösung scheitert bislang an der starren Haltung der Arbeitgeber. Jetzt ist die letzte Chance für die solidarische Lösung der Arbeitszeitfrage im Flächentarif für den ganzen Osten", so Hartmut Schink. Denn für den 21. Juni sei die letzte Verhandlungsrunde angesetzt. Bei einem Scheitern würde der Konflikt zur Umsetzung der Arbeitszeitverkürzung auf Betriebsebene verlagert.

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