Mini-Gockel beim Wettbewerb im Hähnewettkrähen ganz vorn

Der Siegerhahn erhob seine Stimme alle 18 Sekunden - statistisch betrachtet. Platz eins war ihm damit in Irfersgrün sicher. Weder Kälte noch Schnee konnten ihn in seiner Sangesfreude stoppen.

Irfersgrün.

Nicht jeder der 25 Hähne im Wettbewerb am Sonntag in Irfersgrün kam in Frühlingsstimmung. Der Frühling hatte eine Pause eingelegt, so kam auch keine Frühlingsstimmung auf. Drei Hähne krähten gar nicht. Einige gaben nur ein paar wenige Töne von sich. Der Kleinste jedoch, ein Dreiviertelkilo-Hahn von Nick Bräutigam (7), krähte und krähte. Bei 97 Rufen war dann nach einer halben Stunde Schluss. Der Sieger der kleinen Rassen stand fest: ein Bantam-Hahn, den der Siebenjährige aus Waldkirchen mitgebracht hatte. Die kleinen Hähne sind jedes Jahr die fleißigeren Kräher. Auch die Zweit- und drittplatzierten brachten es auf 87 und 45 Weckrufe.

Karin Dörfelt vom Kleintierzuchtverein Irfersgrün verteilte währenddessen passend zum kühlen Wetter Stollen und Glühwein an die Gäste. Draußen stand eine Gärtnerin mit ihrem Verkaufsstand, die gern Frühlingsblumen, auf die der Schnee rieselte, unters Volk bringen wollte.

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Die großen Hähne ließen den Tag ruhig angehen. Sie krähen zwar, aber nicht so viel. Für den ersten Platz in dieser Kategorie reichten dann auch 35 Kräher, den ein Maran-Hahn aus der Zucht von Roland Gerber aus Zwickau von sich gab. Er konnte damit seinen Titel vom Vorjahr verteidigten.

Für die Besitzer der Siegerhähne gab es Sachpreise, unter anderem einen Gutschein für einen Restaurant-Besuch. An die Rekordteilnehmerzahlen vom vorigen Jahr mit 33 Startern reichte die diesjährige Veranstaltung aber nicht heran. Thomas Modes vom Verein freute sich aber, dass trotz des unangenehmen Wetters so viele Zuschauer gekommen waren. Auch die Züchter mit den schweigsamen Hähnen gingen nicht leer aus. Beim Irfersgrüner Kleintierzuchtverein hat es Tradition, Trostpreise zu vergeben. Über diese musste das Los entscheiden. Auf der Geschenktüte stand dann der Hinweis: 1.: Hahn schlachten! 2.: Suppe kochen!

Bevor sich die Teilnehmer zur Preisvergabe im Vereinsheim versammelten, musste die 25-köpfige Jury die Wettkampf-Rufe zählen, eine halbe Stunde im Freien sitzend. Das war also nur etwas für echte und abgehärtete Naturfreunde. Gleich als Jurymitglied Verantwortung übernehmend, setzte sich auch Usamö Al Robaiy mit seiner Familie auf die Bank. "Ich bin kein Hühnerhalter", sagte der Familienvater mit arabischen Wurzeln aus Planitz. Und: "Eine Nachbarin hat mich heute das erste Mal mitgenommen. Wir sind gern in der Natur. Es ist sehr schön hier", sagte der junge Mann.

Die Irfersgrüner Kleintierzüchter waren am Freitag schon einmal zusammengekommen. Die Jahreshauptversammlung stand auf dem Plan. Den Hut im Verein behält bis auf weiteres Mike Kapeller auf. Als amtierender Vorsitzender leitet er seit vorigem Jahr den Verein, nachdem der Vorsitzende Roy Weise aus persönlichen Gründen den Verein verlassen hatte. "Es bleibt erst einmal alles so wie bisher. Ich leite den Verein amtierend weiter. Reguläre Vorstandswahlen sind dann nächstes Jahr", erklärte Mike Kapeller am Sonntag.

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