Mit Star Wars ins Eheglück

Nach der amtlichen Trauung in San Diego hat sich ein deutsch-amerikanisches Paar in Reichenbach das Ja-Wort gegeben.

Reichenbach.

Zu "Star Wars"-Filmmusik-Klängen von der Orgelempore der Peter-Paul-Kirche hat sich Jason Flury am Samstag auf den Weg zum Altar gegeben und dort auf seine Braut Sandra gewartet. Mit ihm warteten seine Familie aus Amerika sowie Sandras Angehörige aus Reichenbach. "Für uns war es wichtig, in Reichenbach zu heiraten, weil meine ganze Familie, also Urgroßeltern, Großeltern, Eltern und Schwester, in der Peter-Paul-Kirche geheiratet haben", sagte Sandra Flury nach der Trauung.

Als Sandra Neubacher ging sie früher in die Altstadtschule gleich neben der Kirche und ab der fünften Klasse in die Weinholdschule. Anschließend lernte sie Zahnarzthelferin und wanderte 2006 in die USA aus. Bei der Vorbereitung der Hochzeit wurde sie von der Familie und ihrer Freundin Kristina Westphal aus Reichenbach unterstützt. Die Eltern, Sandras Zwillingsschwester mit Mann und Tochter, die Tante sowie Kristina und ihr Mann Robin waren vor drei Wochen bei der amtlichen Trauung in San Diego/Kalifornien. Die Eltern waren auch Zeuge beim Heiratsantrag. "Wir haben uns im November 2014 im Internet kennengelernt. Der Heiratsantrag kam am 2. September auf der Insel Catalina, als meine Eltern mit zu Besuch waren, während einer Inselrundfahrt auf dem höchsten Punkt", erinnert sich Sandra.

Trotz Sprachbarrieren gab es bei dem Familienfest kaum Verständigungsprobleme. Pfarrer Andreas Alders wechselte bei der Trauzeremonie zwischen Englisch und Deutsch. Die Frage nach dem Ja wurde in Englisch gestellt. "Yes I do, with the help of God", erklang statt des üblichen "Ja, mit Gottes Hilfe". Sandras Patenkind Zoi erzeugte mit dem Gesang von "Hallelujah" Gänsehaut. Nach der Gratulation vor der Kirche stiegen Hochzeitstauben auf. In Kolonne wurde zur Burg Mylau gefahren, zu Sektempfang und Häppchen im oberen Burghof. Pfarrer Alders, als Futurums-Vereinsvorsitzender auch Burgherr, führte die Hochzeitsgäste persönlich durch die Burg, während der Hochzeitsfotograf das Brautpaar im Burggarten ablichtete. "Es kommt alle paar Jahre mal vor, dass wir einen Amerikaner verheiraten. Wenn die Konfessionen passen, ist so etwas kein Problem", sagte der Pfarrer. "Hier ist die Zeremonie etwas formaler. Ich habe das 'Sie dürfen die Braut küssen' vermisst", meinte Jason scherzhaft. Auch gebe es in Amerika eine striktere Sitzordnung für die Familien und Freunde.

"Wir haben uns für die Feier in der Burg entschieden, weil das besonders für die Amerikaner ein Erlebnis ist. Burgen und Schlösser in dieser Art gibt dort nicht. Bei der Hochzeit in Amerika ging es ein wenig anders zu als hier. Trauung und Feier sind in fünf Stunden gegessen", erläuterte Sandra. Hier in ihrer früheren Heimat dauerte die Hochzeitsfeier deutlich länger.

Jason war zum dritten Mal hier und zum zweiten Mal in Reichenbach. "Germany is wonderful", erklärte er. Das liegt sicher auch daran, dass ihn Sandras Familie mit offenen Armen empfangen hat. Jetzt fahren die elf amerikanischen Gäste mit dem Brautpaar und Sandras Freundin Kristina für eine Woche nach Rom.

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