Modellbahner bauen Firmen-Ansiedlung nach

Der Netzschkauer Club "Göltzschtalbrücke" hat die Türen für Besucher geöffnet. Er hat nicht nur Modellbahnen zu bieten.

Netzschkau.

Die Modellbahner des Clubs "Göltzschtalbrücke" hatten am Wochenende zur Ausstellung in das Netzschkauer Schützenhaus eingeladen. Die Besucher bestaunten die vielen Details der Gemeinschaftsanlage, an der auch nach 55 Jahren des Vereinsbestehens weitergearbeitet wurde.

Dass den Modelleisenbahnern die Ideen noch nicht ausgegangen sind, zeigt die Mittelanlage, an der seit vielen Jahren gebaut wird. Da sie die Eisenbahnzeit ab 1990 widerspiegelt, sind auch Neuerungen erlaubt, die man aus dem Alltag kennt. So haben die Modellbahner begonnen, Netzschkauer Unternehmen nachzugestalten und die Firmenwagen so zu lackieren, wie sie tatsächlich im Stadtbild zu finden sind. In diesem Jahr wurde die Zimmerei von Jan Mißler in Brockau im Modell nachgebaut. Angefangen haben die Modellbauer mit der Schlosserei von Ulf Rost auf dem Brett, das Netzschkau darstellt. Im vorigen Jahr fand die Spedition Huster ihren Platz. Dass sich die Firmen für die Platzierung erkenntlich zeigen, befördert den aufwändigen Gestaltungsprozess. Günter Wengorz und Jens Scheller hatten die Vitrinen neu bestückt. Sie zeigen auch in diesem Jahr wieder regionale Ereignisse zur Eisenbahngeschichte.

Vor 50 Jahren hielt der hochwertige Reiseverkehr im Vogtland Einzug. Ab 1. August 1969 fuhr der SVT18.16 als Tagesverbindung von Berlin über Leipzig, Plauen und Bad Brambach ins böhmische Karlsbad. Diese Verbindung fand zehn Jahre später so viel Zuspruch, dass dieser Triebwagen um eine weitere Einheit erweitert werden musste, wurde erklärt. Den älteren Besuchern wird sicher noch das Bild des Karlex genannten Zuges in Erinnerung sein, als er durch das Vogtland und über die Göltzschtalbrücke rollte. Auf der großen Gemeinschaftsanlage fährt nun dieser Doppelzug. Ein anderes Thema sind Nebenstrecken. Auf ihnen hielten moderne Leichtverbrennungstriebwagen Einzug, deren Beschaffung vor 50 Jahren endete. Diese Fahrzeuge wurden zusammen mit anderen damals im Bahnbetriebswerk (Bw) Reichenbach beheimateten Diesellokomotiven instandgehalten.

Der Vereinschef der Netzschkauer Modellbahner, Bernd-Peter Dörfel, sagte: "Manche Besucher halten sich hier zwei Stunden und länger auf. Omas erzählen mir, dass ihre Enkel schon fragen, wann die Ausstellung wieder geöffnet ist." Er freute sich über die vielen Kinder, die Heimatgeschichte kennenlernen und eine Verbindung zur Bahn bekommen. Die Kinder entdeckten immer wieder neue Details. Am Samstag trafen sich zudem viele ehemalige Bahnbetriebswerksmitarbeiter und Lokführer zum Fachsimpeln.

Die Ausstellung ist an den folgenden Tagen zu sehen: 4. und 5. Dezember; 11. und 12. Januar, jeweils von 10 bis 18 Uhr.

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