Musikreihe Calliope kommt mit neuem Schwung aus Corona-Pause

Die Reichenbacher Kammermusikreihe schlägt im zehnten Jahr ihres Bestehens ein neues Kapitel auf. Das nächste außergewöhnliche Konzert steht schon an.

Die Reichenbacher Kammermusik-Reihe Calliope kommt mit neuem Schwung aus der Corona-Zwangspause. Am Sonntag steht das nächste außergewöhnliche Konzert an - der sich die Gründung des Vereins Kammermusik-Welten anschließt. Gerd Möckel blickt mit der künstlerischen Calliope-Leiterin Sarah Stamboltsyan zurück und voraus.

Freie Presse: Frau Stamboltsyan, am Sonntag nach dem Konzert mit dem Duo del Gesú wird im Veranstaltungsforum der Philharmonie der Verein Kammermusik-Welten gegründet - worum geht's?

Sarah Stamboltsyan : Es geht um eine noch wirksamere Förderung der Kammermusik in unserer und angrenzenden Regionen, beispielsweise mit der Schaffung von mehr Auftrittsmöglichkeiten für Nachwuchsmusiker, mit mehr Konzerten überhaupt. Mit einem Verein ist man einfach breiter aufgestellt, es gibt viele Musikfreunde, die das genau so sehen und die im Verein mit vereinten Kräften mitwirken wollen. Letztlich ist der Verein eine Voraussetzung, um mehr Fördergelder zur Umsetzung unserer Ziele generieren zu können. Calliope hat sich ja in den zehn Jahren des Bestehens auch als Podium des kulturellen Austauschs etabliert und genießt selbst im Ausland einen guten Ruf. Das wollen wir bewahren und weiter ausbauen.

Der gute Ruf im Ausland, woran lesen Sie das ab?

Als wir vor zehn Jahren angefangen und Musiker gefragt haben, ob sie hier auftreten wollen, fragten die meisten, wo denn Reichenbach und das Vogtland überhaupt liegen. Nachdem ich ihnen dann die Region gezeigt und erklärt habe, mit Göltzschtalbrücke, Robert-Schumann-Haus, mit der Geschichte der Neuberin, mit der Philharmonie und einer erstaunlichen kulturellen Vielfalt und Veranstaltungsdichte - da waren nicht wenige auch ein bisschen neidisch. Das hat sich in Kammermusiker-Kreisen herumgesprochen. Ob nun Musiker in Österreich, Belgien, Spanien oder Italien - inzwischen gibt es viele Anfragen an uns mit dem Hinweis: Wir haben schon so viel von Ihnen gehört ...

Und wie wählen Sie aus?

Ich höre in jedem Fall Aufnahmen an, und dann unterbreite ich ein Angebot. Manchmal erreichen mich auch Empfehlungen, oder ich werde selbst auf Musiker aufmerksam. Es gibt ja so viele tolle Musiker, die noch nicht den großen Namen haben. Wir versuchen generell, einer guten Mischung aus prominenten Musikern und Talenten eine Bühne zu geben und darüberhinaus für verschiedene Künste offen zu sein. Beim Publikum kommt der ausgewogene Mix aus klassischer und zeitgenössischer Musik, aus Tanz und Malerei an.

Was ist dabei Ihr Credo als Veranstalterin?

Von Anfang an: die große Kultur in die kleinen Städte holen - inzwischen kennen nicht nur viele Musiker das Vogtland. Reichenbach oder Mylau mit seiner Burg sind im Ausland ein Begriff. Dazu tragen auch unsere Kontakte bei, sei es nun mit der Chopin-Gesellschaft in Belgien, dem "Carl Filtsch"-Wettbewerb in Rumänien oder dem Musikgymnasium Schloss Belvedere in Weimar.

Woher kommt Ihr Publikum, wie tickt es?

Aus ganz Südwestsachsen, aber auch aus Leipzig, Dresden oder sogar Berlin. Die Gäste schätzen hier auch, weniger bekannte Perlen der Kammermusik-Literatur entdecken zu können. Zu vielleicht siebzig Prozent ist es Stammpublikum, das auch mal länger dableibt und mit den Musikern ins Gespräch kommt. Man kann sagen, dass eine familiäre Atmosphäre herrscht. Viele sind froh, dass die stumme Zeit am Sonntag vorbei ist. Ich auch.

Duo del Gesú am Sonntag, 11 Uhr im Veranstaltungsforum Wiesenstraße. Dem Konzert mit der Aufführung selten gespielter Duos für Violine und Viola der Klassik schließt sich die Vereinsgründung an. Um Kartenreservierung unter Ruf 03765 69579 wird gebeten.

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