Neue Gesichter in Israelzentrum

Bei den Israelfreunden in Reichenbach wurde der Staffelstab übergeben. Für Norbert und Annette Ehmler war das folgerichtig.

Reichenbach.

Norbert (58) und Annette (52) Ehmler haben im Bildungs- und Begegnungszentrum für jüdisch-christliche Geschichte und Kultur der Sächsischen Israelfreunde (Israelzentrum) die Nachfolge von Matthias und Monika Hampel angetreten. Letztere gingen in den Ruhestand.

Norbert Ehmler hat die Stelle als organisatorischer Leiter übernommen. Annette Ehmler kümmert sich in einem Minijob um die Betreuung der Gäste und anderes. Die beiden haben drei erwachsene Kinder und wohnen seit 2000 in Zwickau. Sie arbeitet dort noch stundenweise in ihrem Job als Floristin. Ihr gestalterisches Händchen sieht man dem Mehrzweckraum im Untergeschoss des Gebäudes an der Wiesenstraße an, wo sie für Tischdekorationen und andere Extras sorgt.

Norbert Ehmler hat viele Jahre im kirchlichen Dienst gearbeitet und war zuletzt Vertriebsmitarbeiter in einem Zwickauer Unternehmen. Bei einem Stammtisch der Israelfreunde hörte er von der Suche nach einem neuen Mitarbeiter. Der Familienvater: "Israel hatten wir früher nicht so auf dem Schirm, außer von der Bibel her, doch dann begann unser Sohn Judaistik zu studieren." Als sich der Student in Israel aufhielt, lag es nahe, ihn zu besuchen. Es folgten mehrere Aufenthalte, mit den Handwerkern der Sächsischen Israelfreunde, die Holocaustüberlebende unterstützen, aber auch bei Urlaubsreisen. Norbert Ehmler: "Es gibt so viele Leute, die sagen, sie würden gern einmal nach Israel fahren. Ich rate ihnen, sich einfach die Zeit zu nehmen und das zu tun." Demnächst bricht er zu einer Wüstenwanderung auf. Auch aus religiöser Sicht haben die Wahl-Zwickauer einen neuen Blick auf Israel bekommen. Mehr und mehr engagierten sie sich bei den Israelfreunden.

Inzwischen haben sich eingearbeitet. Der neue Mitarbeiter ist quasi für alle Belange der Reichenbacher Einrichtung zuständig. Er kümmert sich um die Organisation, führt Gruppen durch die Ausstellung, managt Veranstaltungen und betreut den Shop mit Büchern und Judaica. Er sagt: "Ich möchte gern noch mehr über Israel wissen, aber je mehr man weiß, desto mehr will man auch vermitteln. Bei den Führungen besteht die Kunst darin, sich auf das Wesentliche zu beschränken."

Die Ausstellung wird von vielen christlichen Gruppen besucht. Gute Kontakte existieren zu Rüstzeitheimen und ähnlichen Einrichtungen. Im Frühjahr und Herbst kommen verstärkt Schulklassen im Ethik- oder Religionsunterricht. Auch Kinder der Christenlehre hat Norbert Ehmler mit der Geschichte Jerusalems oder den heute noch von Juden gefeierten Festen vertraut gemacht. Kürzlich war Schulpfarrer Falk Klemm mit einer israelischen Schülergruppe da. Norbert Ehmler: "Die Lehrerin der Gruppe hat gesagt, da muss man erst nach Deutschland fahren, um so ein tolles Tempelmodell zu sehen." Matthias und Monika Hampel sind auch künftig für das Zentrum aktiv.

Geöffnet ist jeden zweiten Sonntag im Monat, 14-18 Uhr, das nächste Mal am Sonntag. Gruppenführungen außerhalb der Öffnungszeiten können unter Telefon 03765 2573720 angemeldet werden.www.zum-leben.de

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