Neue Pläne für Windradbau

Nachdem es ruhig geworden war um Windräder in und um Lengenfeld, steht jetzt offenbar eine neue Firma in den Startlöchern. Das sorgt für Unruhe.

Lengenfeld.

Der mögliche Bau neuer Windkraft-Anlagen hat zur jüngsten Stadtratssitzung in Lengenfeld Diskussionen ausgelöst. In der öffentlichen Sitzung am Montag berichtete Jens Baumann aus Weißensand von fünf Windrädern, die zwischen Weißensand und Hartmannsgrün entstehen sollen. Baumann ist Sprecher einer Bürgerinitiative, die sich gegen Windenergie vor der Haustür wehrt. Mehrere Mitglieder der Bürgerinitiative waren zu der Stadtratssitzung gekommen.

Weißensands Ortsvorsteherin Simone Hübschmann erklärte, bereits Kontakt mit einem Vertreter einer Dresdener Windenergiefirma gehabt zu haben: Geplant seien demnach fünf Räder mit einem Abstand von 750 Metern zur nächsten Wohnbebauung. Die geplante Höhe gab Hübschmann mit 225 Metern an, inklusive der Rotorblätter. Der neue Standort liege auf einem Höhenzug. Die Räder seien damit weithin sichtbar.


Gegenüber der "Freien Presse" will die Firma aus Dresden keine konkreten Windradbaupläne zwischen Weißensand und Hartmannsdorf bestätigen. "Das benannte Gebiet ist aktuell dafür nicht im Regionalplan vorgesehen, sodass abzuwarten bleibt, welche Flächen tatsächlich für die Entwicklung der Windenergie bereitstehen werden", erklärte eine Sprecherin am Mittwoch. Auf konkrete Fragen gab sie keine Antworten. "Sobald es eine Entscheidung gibt, und wir ein Projekt starten, stellen wir die Informationen gern der Öffentlichkeit zur Verfügung."

Unterdessen wurde im Lengenfelder Stadtrat bekannt, dass Firmenvertreter bereits mit Grundstückseigentümern einzeln sprechen würden, ebenso mit Stadtrats- und Ortschaftsratsmitgliedern.

In Treuen und Lengenfeld sind die Vorbehalte gegen den weiteren Bau von Windkraftanlagen groß. So hatte sich der Treuener Stadtrat in der Vergangenheit gegen neue Anlagen ausgesprochen. Auch in Lengenfeld sprachen sich die Räte 2015, als das Thema zuletzt auf der Tagesordnung stand, gegen Windenergie im unmittelbaren Umfeld aus.

Als Gründe führten die Windkraftgegner damals unter anderem die Nähe zur Wohnbebauung und damit verbundenen gesundheitliche Belastungen ins Feld. An den Argumenten hält die Bürgerinitiative heute noch fest. Baumann: "Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen, die bestätigen, dass Infraschall krank macht." Windräder erzeugen diesen für das menschliche Ohr nicht hörbaren Schall, der die Herzleistung mindere, berichte Baumann, der beruflich als Arzt arbeitet. Er führte als weitere Gegenargumente die Verschandelung der Landschaft und den Tod von tausenden Vögeln an. Beinahe hätten die im Rahmen der Bürgerfragestunde vorgetragenen Neuigkeiten im heftigen Disput zwischen Gegnern und Befürwortern gemündet, denn Matthias Lewek (SPD), ein Befürworter dieser Energiegewinnung, nannte Argumente für die Windenergie. Er sprach vom klimaschädlicher Öl-, Gas- und Kohleverbrennung.

Bürgermeister Volker Bachmann (Pro Lengenfeld) beendete das Für und Wider mit dem Rat, sich solche Diskussionen für später aufzusparen. Der Stadtchef gab zudem den Hinweis, dass im neuen Regionalplan der Standort zwischen Hartmannsgrün und Weißensand als Baugebiet für Windräder nicht mehr vorgesehen sei. Nur besitze der neue Plan noch keine Rechtskraft, weshalb weiterhin der alte gelte, so Bachmann. Und: Weder Lengenfeld noch Treuen seien die genehmigenden Stellen. Zuständig ist das Landratsamt. Auf "Freie Presse"-Anfrage erklärte die Kreisbehörde, dass ein Interessent bereits vorgesprochen habe. Im September gebe es einen weiteren Gesprächstermin.

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