Neun Meter hoch: Vogtländer schubsen neue XXL-Pyramide an

Nach einem Jahr Arbeit steht das Gemeinschaftswerk mitten im Herzen von Kleingera. Kaum zu toppen im Vogtland, vermutet ein Pyramiden-Experte.

Kleingera.

Fast das ganze Dorf hat an der Weihnachtspyramide mitgearbeitet. Sagt Zimmermeister Jürgen Söllner (53) und schmunzelt dabei in sich hinein. In seiner Werkstatt im Elsterberger Ortsteil Kleingera entstand das stimmungsvolle Stück, das morgen Nachmittag feierlich angeschubst wird. Meister Söllner und Geselle Steve Schuster lieferten den Rohbau. "Streichen, schweißen, Elektroarbeiten machen, Schals für Figuren stricken", zählt Söllner auf, was Kleingeraer alles beigesteuert haben. "Stolz wie Bolle" ist er jetzt auf das Ergebnis.

Die Idee für die beleuchtete Weihnachts-Deko hatte der 53-Jährige schon vor über zehn Jahren. Damals baute er eine Pyramide für eine Stadt in Niedersachsen. "Da habe ich gleich die Flügel für uns mit ausgesägt", verrät er. Mitglieder vom Schützenverein musste er vor zwei Jahren im Festzelt des Vereins nicht lange von seinem Plan überzeugen. "Klar haben wir mitgemacht!", sagt Vorsitzender Ralf Krause (43). Im Oktober 2017 machten sie sich ans Werk.

In der Zimmerei entwarf Söllner die Pyramide. Im Januar dieses Jahres standen bereits der Eisenrahmen und das Untergestell. Stück für Stück wurde bis zum Sommer gestrichen, was nach und dazukam. Eine kleine Zwischenfeier gab es, als sie am 21. September das Flügelrad montierten, wie Krause sich erinnert. Danach warfen die Pyramidenbauer den Endspurt an - bis vorgestern die letzten Figuren angebracht wurden. Zu sehen sind: ein Engelschor, ein Weihnachtsmann, ein Jäger, zwei Holzträger, eine Kloßfrau, ein Feuerwehrmann, zwei Kinder und noch ein Extra-Schneemann: "Olaf" aus dem Disneyfilm "Die Eiskönigin". Außerdem: Schweißer Maik Gerstenberger. "Er hat vor allem die Schweißarbeiten gemacht", sagt Krause.

Die Pyramide läuft mit Getriebemotor, Kettenantrieb und Drucklager. "Aber ganz leise", erklärt Söllner. Nach dem Anschubsen soll sie bis Mitte Februar leuchten: von etwa 16 Uhr bis um Mitternacht und dann noch mal zwischen 6 und 8 Uhr morgens. "Sie ist übers Dorflicht mitgeschalten", sagt Krause.

Das Kleingeraer Gemeinschaftswerk hat gute Chancen auf einen Rekord. Heimatforscher Werner Friedel (79) aus Taltitz hat über 70 Ortspyramiden im Vogtland erfasst. Einen genauen Höhenvergleich kann er zwar nicht anstellen, aber: "Neun Meter hoch, das ist schon extrem", findet er. Söllner und Krause kennen keine andere Kommune im Vogtland, die eine solche Leistung hingelegt hat. Ortsvorsteher Rico Schneider freut sich: "So eine Weihnachtsdeko hatten wir bisher nicht." Auch er ist sehr stolz auf sein Dorf und hat selbst beim Streichen der Pyramide ordentlich Hand angelegt.

Das dreistöckige Meisterwerk wird morgen mit dem Weihnachtsmann und dreifachem "Hauruck!" in Gang gesetzt. Ab 15 Uhr lädt der Schützenverein in seine Kaffeestube ein. Ab 16 Uhr sind vier Buden im Ortskern geöffnet. Dort bekommen Gäste Verpflegung: Kartoffelsuppe, Roster, Glühwein oder Süßes. "Es gibt selbst gemachte Kleingeraer Pyramiden-Plätzchen", macht Krause Appetit. Auch Strickwaren warten auf Käufer. Musik soll fürs feierliche Anschubsen auch nicht fehlen. Und dann kann es in Kleingera so richtig Weihnachten werden.

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