OB will Tafel-Thema ruhen lassen

Aufgeheizte Stimmung schuld - Text unverändert

Reichenbach.

Neue Texte auf den Informationstafeln am ehemaligen Volkshaus Markt 5 und am Rathauseingang Markt 1 soll es vorerst nicht geben. Oberbürgermeister Raphael Kürzinger (CDU) hat im nichtöffentlichen Teil der Stadtratssitzung vom Montag nach eigenen Angaben erklärt, er werde die entsprechende Vorlage gar nicht zur Befassung einbringen. "Die Stimmungslage ist so aufgeheizt, dass wir keine unbefangene Diskussion mehr führen können", sagte er der "Freien Presse". Die öffentliche Diskussion habe zu einer unerträglichen Polemik und Radikalisierung der Sprache geführt. Er stelle sich schützend vor den Stadtrat. "Der beste Weg ist, das jetzt erst mal ruhen zu lassen", erklärte er.

Die SPD setzte sich seit 2017 dafür ein, die Tafel am Markt 5 zum Sturm von SA und SS auf das Volkshaus im März 1933 zu erneuern und Namen der Opfer zu nennen. Im Juli 2019 unternahm Rolf Schneider den Vorstoß, auf der Tafel am Rathaus die kampflose Übergabe der Stadt 1945 mit dem Namen des damaligen OB Otto Schreiber zu verbinden.

Die Infotafeln mit QR-Codes auszustatten, um per Handy-Scan mehr zur Geschichte zu erfahren, sei laut Kürzinger denkbar. Dazu brauche es aber ein Konzept, das auch andere Tafeln in der Stadt einbezieht. (gb)


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